Timo Glock kommt mit einer deutlichen Meisterschaftsführung nach Monaco. Der Odenwälder hat einen beruhigenden Vorsprung von 13 Punkten auf Bruno Senna. Trotzdem verschwendet der BMW-Testpilot noch keine Gedanken über einen möglichen Meistertitel in der GP2 Serie. "Für solche Gedanken ist es noch viel zu früh. Es kommt erst einmal darauf an sich auf dieses Wochenende zu konzentrieren und so viele Punkte wie möglich zu holen oder sogar das Rennen zu gewinnen", meint Glock
Immerhin hat Glock einen so großen Vorsprung, dass er Monaco auch auf dem ersten Platz verlassen wird. Senna hat höchstens die Möglichkeit, auszugleichen. Dafür müsste der Brasilianer aber neben Sieg auch die schnellste Runde und die Pole Position holen. Für viele ist ein Sieg beim Monaco Grand Prix das Größte überhaupt. Doch um dahin zu kommen gilt es eine wichtige Hürde zu meistern, wie auch Timo Glock weiß: "Das Qualifying ist hier ungemein wichtig. Wenn man zu weit hinten steht braucht man eine Menge Glück und die richtige Strategie, um wieder nach vorne zu kommen." Überholen ist auf dem engen Stadtkurs quasi unmöglich.
"In der Qualifikation muss man sich eine freie Runde erarbeiten", erklärt der iSport-Pilot. "Jeder versucht nach vorne Abstand zu lassen, vor allem die Rascasse Kurve erinnert manchmal mehr an einen Parkplatz. Letztes Jahr hatte ich nicht eine freie Runde. Selbst wenn man mal eine freie erwischt, kann es sein, dass einen vor der Rascasse drei Autos erwarten."

Zu Monaco hat Timo Glock eine ganz eigene Verbindung. Natürlich ist die Strecke einzigartig und das hier verbreitete Flair gibt es nirgends anders, doch auch für die eigene Karriere kann sich hier viel tun. Bei Glock war dies schon der Fall. "Letztes Jahr ist Paul Jackson hier auf mich aufmerksam geworden. Er hat damals mit seinem Team in einzelnen Kurven Zwischenzeiten per Hand gestoppt. Ich war manchmal sogar schneller als Lewis Hamilton, das hat ihn schon sehr beeindruckt, vor allem weil ich damals noch im Auto von BCN saß", erklärt der Hesse.
Eine anderer Teamchef, nämlich Ron Dennis, hat den GP2-Jahrgang vor kurzem stark kritisiert. Natürlich hat auch Timo Glock davon Wind bekommen, er teilt die Meinung des Briten aber nicht. "Wenn gesagt hätte, dass die GP2 letztes Jahr schwächer war, würde er ja seinen eigenen Fahrer Lewis Hamilton in Frage stellen", so Glock. "Jeder hat seine eigene Meinung. Auch dieses Jahr gibt es in der GP2 Serie starke Piloten. Klar, das Bild mit der Dominanz von iSport lässt bei vielen den Gedanken aufkommen, dass das Feld schlecht ist. Letztes Jahr war ART dominant. Ich könnte jetzt sagen, dass das Feld letztes Jahr nicht so gut war, aber das lasse ich lieber, weil ich selbst mitgefahren bin."
Bei einem möglichen Sieg in der Straßen von Monte Carlo dürfte Timo Glock abends dem Fürsten einen Besuch abstatten. "Ich muss gestehen, dass ich gar nicht an eine Abendgarderobe gedacht habe. Aber wenn man etwas plant geht es ja meistens schief", sagt Timo Glock.

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