Bruno Senna konnte das Samstagsrennen der GP2 Serie in Barcelona für sich entscheiden. Auf dem Podium strahlte der Brasilianer mit der spanische Sonne um die Wette. Für iSport International war es kein guter Tag. Timo Glock kam wegen eines Strategiefehlers nur auf den zweiten Platz, Andreas Zuber fiel mit einem technischen Defekt schon vor dem eigentlichen Start aus. Immerhin konnte sich Timo Glock die alleinige Führung in der Gesamtwertung holen.

Der erste Startversuch ging schon einmal in die Hose. Jason Tahinci würgte seinen Motor kurz vor dem Erlöschen der Ampel ab und sorgte so für eine weitere Einführungsrunde. Bei Start zu dieser dann das zweite Drama. Es traf ausgerechnet Andreas Zuber, der sich für den zweiten Platz qualifiziert hatte. Auch der Österreicher blieb wie angewurzelt stehen, ein Getriebeschaden machte auch den Start aus der Boxengasse unmöglich.
Im zweiten Versuch klappte alles und das nun mehr 24 Autos starke Feld setzte sich in Bewegung. Timo Glock konnte seine Pole Position verteidigen und bog vor Luca di Grassi und Bruno Senna in die erste Kurve ein. Dahinter rappelte es mächtig. Zunächst legte der Inder Karun Chandhuk seinen Boliden in die Mauer, nachdem er quer über die Strecke schoss und die Konkurrenten nur knapp verfehlte. In der ersten Kurve gab es zwei weitere, verschiedene Kollisionen. Antonia Pizzonia kollidierte mit Luca Filippi, während Mike Conway, Giogio Pantano und Alexandre Negrao ihre Boliden ebenfalls im Kies versenkten.
Viele Boxenstopps in der Gelbphase
Die folgende Safety-Car-Phase nutzten viele Fahrer für ihren Pflichtboxenstopp. Bis auf Glock, Adrian Zaugg, Jimenez und Andy Soucek wechselten alle ihre Hinterreifen. Hinter dem Führungsquartett war es Bruno Senna, der vor Luca di Grassi als Erster aus der Boxengasse zurück auf die Strecke kam.
Beim Neustart in der sechsten Runde konnte Glock seine Position abermals verteidigen und sich gleich um einige Sekunden von seinen Verfolgern absetzen. Dies war auch bitter nötig, denn sein Boxenstopp stand zu diesem Zeitpunkt noch aus. Dahinter machten Senna und Di Grassi Druck auf ihre Vordermänner um schnell wieder freie Fahrt zu erhalten.
Nach 15 Runden hatte sich Glock einen Vorsprung von über zehn Sekunden auf Zaugg erfahren. Der wiederum hielt Jiminez und Bruno Senna auf, die im Nacken des Südafrikaners saßen. Dahinter machte Luca di Grassi Runde für Runde Boden auf das Trio gut und es war nur eine Frage der Zeit bis er zu ihnen aufschließen würde.
Glock kommt erst spät in die Box
In der 18. Runde verabschiedete sich der Brasilianer Sergio Jimenez in die Boxengasse und machte damit den Weg für seine Landsmänner frei. Bruno Senna rückte auf den dritten Rang nach vorn, nur eine Sekunde dahinter saugte sich Luca di Grassi immer näher an den Neffen von Ayrton Senna heran. Wir erinnern uns. Die beiden haben ihren Pflichtstopp schon absolviert, Glock und Zaugg müssen noch zum Reifenwechsel herein.

Zaugg bog dann auf ungewöhnliche Art und Weise in die Boxengasse ab. Bei der Ausfahrt der neuen Schikane kam dem Südafrikaner das Heck und er drehte sich Rückwärts in die Boxeneinfahrt. Dort blieb er stehen und stieg aus dem Auto. Glock machte währenddessen noch keine Anstalten seine Reifen zu wechseln. Obwohl sein Auto immer mehr rutschte, blieb der iSport-Pilot auf der Strecke.
Erst elf Runden vor dem Ziel kam Timo Glock zum Service. Der Stopp klappte einwandfrei, trotzdem viel der Deutsche bis auf den dritten Rang zurück. Auf den nun führenden Senna fehlten Glock 15 Sekunden, dazwischen fuhr Di Grassi auf der zweiten Position mit einem Rückstand von acht Sekunden auf die Spitze.
Nach 38 Runden überquerte Bruno Senna die Ziellinie als Erster. Der Brasilianer holte sich damit bei seinem erst zweiten Rennwochenende in der GP2 Serie den ersten Sieg. Dahinter kam Timo Glock auf der zweiten Position ins Ziel. Sieben Runden vor dem Ziel konnte sich der neue Meisterschaftsführende an Di Grassi vorbeischieben, der als Dritter auf das Podium kam. Es folgten Roldan Rodriguez, Borja Garcia und Mikhail Aleshin auf den Rängen vier, fünf und sechs.
Javier Villa am Sonntag auf Pole
Genauso spannend, wenn nicht sogar noch spannender, war der Kampf um die restlichen Punkteplätze und die Pole Position für den zweiten Lauf am Sonntagmorgen. Durch die Plätze sieben und acht von Sergio Jimenez und Javier Villa stehen morgen erneut zwei Teamkollegen in der ersten Startreihe. Yakon Yamamoto und Vitaly Petrov komplettierten die Top-Ten.
Bis auf Senna und Glock war es ein rabenschwarzer Samstag für die in der Meisterschaft gut platzierten Piloten. Pantano, Zuber und Filippi beendeten das Rennen schon früh. Nicolas Lapierre, der Sieger des Sonntagrennens in Bahrain, musste sein Boliden kurz nach der Hälfte des Rennens mit einem kapitalen Motorschaden abstellen. Die schnellste Runde sicherte sich Kazuki Nakajima. Der Japaner hatte seine Hoffnung auf ein gutes Resultat schon früh verloren, als er sich den linken Vorderreifen bei einer Kollision beschädigte. Kurz vor dem Ziel holte er sich einen weiteren frischen Satz Reifen, um sich den Zusatzpunkt für die beste Runde zu sichern.

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