Nach dem Ausflug nach Bahrain und einer vierwöchigen Pause startet die GP2 Serie am Wochenende in Europa durch. Auf dem Circuit de Cataluya stehen die Meisterschaftsläufe drei und vier an. Die Strecke unweit der spanischen Metropole war schon in den letzten zwei Jahren Schauplatz von Rennen und ist den Fahrern und Teams nicht unbekannt.
Beim Saisonauftakt im nahen Osten überraschten vor allem zwei Piloten. Luca Filippi hatte eigentlich niemand auf der Rechnung. Doch schon in der Qualifikation zeigte der Italiener mit der Pole Position, was in ihm steckt. Im Rennen wandelte der 21-jährige den ersten Startplatz in einen Sieg um. Zusammen mit dem dritten Platz im Sonntagsrennen setzte sich Filippi in der Meisterschaft in Führung. Im zweiten Rennen wusste Nicolas Lapierre zu überzeugen. Für das Urgestein der GP2 Serie war es ebenfalls eine Siegpremiere.
Auch zwei der drei deutschsprachigen Piloten waren nach dem Auftakt zufrieden. Timo Glock fuhr in beiden Rennen auf das Podium und liegt in der Gesamtwertung auf dem zweiten Rang. "Gerade im ersten Rennen war ich mit Platz zwei richtig happy. Nach der Startkollision war die Spur vorne um neun Millimeter zu, dass heißt die Räder haben um fast einen Zentimeter nach innen gestanden", so der Odenwälder zu motorsport-magazin.com.
Andreas Zuber aus Österreich konnte im ersten Rennen mit seinem Teamkollegen Glock mithalten und wurde Dritter. Im zweiten Rennen blieb Zuber dann ohne Punkte. "Ein Podiumsplatz war natürlich das Beste, was mir beim ersten Rennen passieren konnte", berichtet der iSport International-Pilot. "Die Stimmung bei uns ist sehr positiv. Mit dem Team führen wir in der Meisterschaft und bei den Tests in Barcelona waren wir schnell. Das heißt, dass wir ein gutes Setup haben. Ein Podestplätz wäre wieder ein Traum für mich. Ich habe die Pause genutzt und hart an meiner Fitness gearbeitet. Ich war mit Erwin Göllner in Dubai, wo wir wirklich viel getan haben."

Michael Ammermüller kann sich immer noch schmerzlich an den Auftakt erinnern. Im Samstagrennen brach sich der RedBull-Junior das Kahnbein. Am Sonntag fuhr er unter Schmerzen ein grandioses Rennen, wurde mit Platz sieben aber nicht belohnt. Noch viel schlimmer: Wegen der Verletzung an der Hand muss Ammermüller in Barcelona pausieren. Sein Ersatz kommt aus Russland und heißt Mikhael Aleshin.
Jemand, der sich nach einem gelungenen Debüt auf die kommenden Aufgaben freut, ist Bruno Senna. Bei den Testfahrten in Barcelona konnte der Brasilianer bereits überzeugen, doch er bleibt verhalten. "Wenn es wieder so gut funktioniert wie zuletzt in Bahrain, dann könnte schon wieder ein gutes Ergebnis herauskommen. Ich möchte aber keine zu hohen Erwartungen schüren. Wenn ich wieder eine Platzierung unter den Top Fünf schaffe, mich konstant in diesem Bereich etabliere, dann bin ich zufrieden - ich muss jetzt nicht gleich vom Podium oder gar von Siegen reden", sagte Senna gegenüber motorsport-magazin.com.
Im vergangenen Jahr standen übrigens fünf Piloten auf dem Podium, die diesmal nicht mehr mit von der Partie sind. Das Samstagsrennen gewann Alex Prémat vor Lewis Hamilton und Michael Ammermüller. Am Sonntag siegte Ernesto Viso, gefolgt von Nelson Piquet und Prémat. Mit einem siebten Platz war Alexandro Negrao 2006 bester der aktuellen Fahrer. Eins können wir schon vorwegnehmen: Es würde uns sehr wundern, wenn er diesen Rang gegen die starke Konkurrenz verteidigen könnte…

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