Der letzte Test vor dem Saisonstart Mitte April in Bahrain ist vorbei und wieder einmal ist es in Le Castellet gut für mich und das Team gelaufen. Diesmal haben wir uns speziell auf das Qualifying-Setup konzentriert, weil iSport im vorigen Jahr im Qualifying ein paar Probleme hatte. In den Rennen lief es eigentlich immer sehr gut nur die Startposition war manchmal nicht die beste. Wir haben zwar auch das Renn-Setup etwas weiterentwickelt, uns aber vor allem auf die Abstimmung für das Qualifying konzentriert und dabei beachtliche Fortschritte erzielt. Deswegen waren wir bei den Tests auch immer sehr schnell und ich bin zuversichtlich, dass wir uns konstant unter den Top Fünf qualifizieren können.

Die Bestzeiten würde ich jetzt aber nicht darauf zurückführen, dass wir uns auf das Qualifying konzentriert haben und die anderen nicht. Bei den Rennsimulationen während der ersten beiden Tests waren wir auch schnell, aber da mussten wir wesentlich härter arbeiten, um auf einer Runde vorne dabei zu sein. Klarerweise haben wir dann daran gearbeitet, aber auch die anderen haben sich dort weiterentwickelt. Die schnellsten Zeiten wurden immer von allen mit einem Qualifying-Setup und neuen Reifen gefahren. Deswegen lässt sich anhand der Zeiten schon sagen, dass wir gut gearbeitet haben und unsere Vorbereitung auf das Qualifying stimmt.

Andreas will möglichst nahe bei Timo Glock dran sein, Foto: Alastair Staley/GP2 Series
Andreas will möglichst nahe bei Timo Glock dran sein, Foto: Alastair Staley/GP2 Series

Worauf ich mich nach der gelungenen Vorbereitung aber nicht einlassen will, ist die Rolle als Favorit. Testfahrten und Rennen sind immer etwas völlig anderes. Erfahrung und Routine spielt da einfach eine viel größere Rolle und da sind Fahrer wie Pizzonia, Pantano und Glock aufgrund ihrer Erfahrung sicher in einer etwas besseren Position. Deswegen sehe ich mich nicht als Favorit, sondern eher die ehemaligen Formel 1-Fahrer. Speziell Timo und die ART-Piloten sind meiner Meinung nach die Favoriten. Für mich ist es natürlich gut, wenn ich so nahe wie möglich an Timo dran bin und je näher desto besser.

Bei mir ist die Vorbereitung jetzt speziell auf Bahrain ausgerichtet. Mit Erwin Göllner trainiere ich in Salzburg in einer Maschine, in der man verschiedene Einheiten absolvieren kann, unter anderem kann man auch die Nackenmuskeln trainieren. Außerdem werde ich Start- und Reaktionsübungen mit meinem Coach Walter Penker machen.

Am Auto selbst gibt es nur mehr ein paar Kleinigkeiten, die bis Bahrain noch gemacht werden. An den Dämpfern gibt es noch ein paar Dinge zu erledigen aber sonst ist nicht mehr viel zu tun. Am letzten Testtag hatten wir zwar noch ein paar Probleme mit dem Motor, den wir auch wechseln mussten, aber das ist etwas, womit sich Renault beschäftigen muss. Wir hatten bis dato eigentlich keine Defekte und sind deswegen auch sehr zufrieden und zuversichtlich. Wir sollten recht gut sortiert sein.

Was ich gerne noch kurz ansprechen möchte, ist der Saisonauftakt in der Formel 1, wo Lewis Hamilton ein beachtliches Debüt hingelegt hat. Da hat man gesehen, welches Niveau in der GP2 eigentlich herrscht und dass Piloten, die in der Serie vorne mitfahren, auch in der Formel 1 gute Leistungen bringen können. Und nicht nur Lewis ist sehr gut unterwegs, sondern auch Nico Rosberg zeigt wirklich starke Leistungen und deswegen ist die GP2 für mich die beste Nachwuchsserie, die es momentan gibt.