Spanische Tage für Timo Glock: Frisch vom ersten Formel 1-Test mit BMW Sauber aus Barcelona eingetroffen, markierte der Odenwälder am Freitag beim offiziellen GP2-Test in Valencia in seinem iSport-Dallara-Mécachrome die Bestzeit. Er selbst analysierte den ersten Testteil nüchtern als "einen ganz produktiven Tag".

Die Umstellung zurück vom Formel 1 auf den GP2-Boliden fiel ihm leichter als am Tag vorher andersherum. "Mit meinem zweiten Satz neuer Reifen konnte ich meine eigene Bestzeit dann noch mal um zwei Zehntel verbessern und blieb vorn. Mittags wollte ich noch ein drittes Mal raus. Aber in Valencia mündet die Boxengasse direkt in die erste Kurve. Die Streckenposten zeigten mir beim Rausfahren keine Blauen Flaggen, also wusste ich auch nicht, dass von hinten gerade jemand kam. Den habe ich erst im letzten Moment gesehen - und beim Ausweichen bin ich dann über einen Randstein gefahren. Das Auto setzte mit einem Seitenkasten auf dem Kerb auf, dabei brach eine Kühlerhalterung." In Folge dessen trat die Kühlflüssigkeit aus und träufelte aus dem Seitenkasten vors Hinterrad, das auf der Feuchtigkeit natürlich keinen rechten Grip fand.

"Fünf Runden lang habe ich versucht, eine schnelle Zeit zu fahren, weil ich nicht wusste, dass das mit dem Kühler passiert war", erinnert sich Timo, "und fünf Runden lang habe ich gedacht: 'Ich fahr doch auf neuen Reifen, was ist denn hier los?'. Als ich dann zurück zur Box kam, lief die ganze Soße raus. Und nach der Reparatur waren meine Reifen eben schon fünf Runden alt und dementsprechend nicht mehr für eine neue schnelle Runde gut."

Am Samstag belegte Timo hinter seinem neuen Teamkollegen Andreas Zuber Platz 2 der Zeitenliste. "Er war drei Hundertstel besser als ich", rechnet der Odenwälder vor. "Seine Zeit war wirklich gut. Ich habe das Gefühl, er wird von vielen Leuten unterschätzt. Allerdings habe ich auf meiner letzten schnellen Runde auch einen Fehler gemacht, mich einmal verbremst und eine Haarnadel ein bisschen zu weit außen umfahren. Wenn man meine besten Sektorenzeiten aufeinander legt, kommt dabei auch eine sehr viel versprechende Zeit raus."

Glock simulierte am Morgen mit zwei Satz neuen Reifen zwei Qualifikations-Anläufe. "Mit dem ersten Satz kamen die Vorderreifen später auf die optimale Betriebstemperatur als die Hinterreifen. Aber trotzdem erzielte ich eine sehr gute Zeit. Da wusste ich schon: Wenn alle Reifen zusammen da sind, kommt's gut. Aber leider machte ich mit dem zweiten Satz den Fehler."

Nachmittags trainierte das englische Team mit Glock drei Boxenstopps und ließ Timo dann noch einen Long-Run mit gebrauchten Reifen fahren. "Selbst damit erzielte ich noch die neuntbeste Zeit. Und mit 25 Runden alten Reifen und voll betanktem Auto kam ich später auch mit einer Konstanz auf gute Zeiten, von denen andere weit weg waren", befand Timo. "iSport dominiert derzeit, weil sie im Herbst, nach Saisonende, einen Super-Job gemacht haben. Die vielen kleinen Detailänderungen machen sich jetzt voll bezahlt. Anhand der schnellsten Runden kann man nicht davon sprechen, dass wir dominieren, denn da war Antonio Pizzonia nicht so weit hinter uns. Aber unsere große Stärke liegt in der Konstanz über die Renndistanz hinweg. Da sind wir momentan besser als der Rest. Ich hoffe nur, dass wir diesen Status Quo bis zu Saisonbeginn konservieren können."