Markus, Dein erster GP2-Test fand am Montag in Jerez am gleichen Ort wie Dein erster F1-Test statt. Ansonsten hatten die beiden aber nicht viel gemein...
Markus Winkelhock: Ja, das stimmt. [lacht] Beim GP2-Test bin ich leider überhaupt nicht richtig zum Fahren gekommen...

Was lief am Montag schief?
Markus Winkelhock: Wir hatten ein Problem mit der Elektronik. Ich bin von 9:00 bis 12:00 Uhr keine einzige richtige gezeitete Runde gefahren. Ich fuhr einmal raus und dabei hat das Auto die ganze Zeit geruckelt - sobald ich auf das Gaspedal gestiegen bin, hat das Auto damit angefangen. Bis zur Mittagspause haben wir das Problem nicht in den Griff bekommen. Also hat das Team alle Teile bis zum Start der Nachmittagssession ausgetauscht. Um 14:00 Uhr bin ich wieder auf die Strecke gefahren und hatte genau das gleiche Problem. So ging es bis 16:00 Uhr weiter. Für die letzte Stunde haben wir dann gesagt: Los, jetzt wechseln wir das Auto. Also bin ich mit dem Auto meines Teamkollegen Kohei Hirate gefahren. Bis auf meinen Sitz haben wir aber nichts an seinem Auto geändert, die Pedale, das Lenkrad, das Setup - alles blieb wie bei ihm; ich hatte überhaupt kein Gefühl beim Bremsen, weil die Pedale nicht auf mich eingestellt waren.

Das sind keine guten Voraussetzungen...
Markus Winkelhock: Es ging sogar noch weiter: Jeder Fahrer hat an einem GP2-Testtag zwei Reifensätze zur Verfügung. Ich ging davon aus, dass ich wenigstens noch eine Stunde mit meinen unbenutzten Reifen fahren könnte. Aber von wegen: Die Reifen sind an das Auto gebunden! Jetzt durfte ich meine Reifen nicht mitnehmen und musste mit den komplett abgefahrenen Reifen meines Teamkollegen, mit denen er den ganzen Tag gefahren war, auf die Strecke gehen. Und das beim ersten Mal in einem GP2-Auto! In nur einer Stunde mit abgefahrenen Reifen war natürlich nichts mehr drin.

Markus hat der GP2-Test Spaß gemacht, aber die Konzentration liegt auf der F1., Foto: Sutton
Markus hat der GP2-Test Spaß gemacht, aber die Konzentration liegt auf der F1., Foto: Sutton

Aber das Pech war damit am Montagabend noch nicht vertrieben...
Markus Winkelhock: Genau. Das Team wollte mich am Dienstagvormittag noch einmal von 09:00 bis 11:00 Uhr testen lassen. Aber dann hat es geregnet, so dass ich erst um halb zehn aus der Box fahren konnte. Meine Bestzeit bin ich auf meiner dritten oder vierten gezeiteten Runde gefahren - es war ständig rot, weil die Strecke ja noch nass war. Einmal bin auch ich durch das Kiesbett gefahren. Danach musste mein Team das Auto putzen. Genau zu diesem Zeitpunkt, hat es aufgehört zu regnen und wurde die Strecke etwas schneller. Als ich dann wieder raus gefahren bin, hat es wieder angefangen zu regnen.

Das Auto war am Dienstag aber in Ordnung?
Markus Winkelhock: Ja, das Problem war bis dahin behoben. Meine Rundenzeiten waren im Regen im Vergleich zu den anderen ganz gut, aber grundsätzlich lässt sich nach diesen beiden Tagen nicht viel sagen. Es war ein großes Drunter und Drüber. Dennoch war das Team den Umständen entsprechend zufrieden. Ich bin relativ schnell mit dem Auto zurecht gekommen, leider konnten wir nicht viel damit arbeiten, geschweige denn es auf mich abstimmen. Trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht, mit dem Auto zu fahren.

Du bist auch erst ziemlich kurzfristig zu diesem Test gekommen...
Markus Winkelhock: Ja, das Team hat mich erst vor kurzem nach dem DTM-Finale in Hockenheim eingeladen, den Test für sie zu bestreiten. So eine Möglichkeit lasse ich mir natürlich nicht entgehen!

Das Team ist in der GP2 eine extrem wichtige Komponente - wie bist Du mit Trident zurecht gekommen?
Markus Winkelhock: Das Team ist sehr wichtig. Sie haben einen guten Job gemacht, aber ich kann natürlich keinen Vergleich zu einem anderen GP2-Team ziehen. Trotzdem war ich mit der Arbeit zufrieden.

Wäre so ein GP2-Renncockpit für nächstes Jahr eine Alternative für Dich?
Markus Winkelhock: Im Moment kann ich dazu gar nichts sagen. Ich habe jetzt zum ersten Mal GP2 getestet, aber jetzt müssen wir erst einmal weiter schauen. Denn es steht noch nicht fest, welche Tätigkeit ich 2007 bei Spyker ausüben werde.