Vier auf einen Streich: In der GP2 gibt es am kommenden Wochenende gleich vier Fahrerwechsel. Verletzungsbedingt werden Arden-Pilot Nicolas Lapierre und DPR-Fahrer Olivier Pla durch Neel Jani und Mike Conway ersetzt. Hinzukommt ein Wechsel bei BCN Competicion: Der bislang vom Pech verfolgte Timo Glock wird durch Luca Filippi ersetzt. Der Deutsche wechselt seinerseits zu iSport International um dort das Cockpit von Tristan Gommendy zu übernehmen.

"Die Meisterschaft oder die Top-3 können wir uns momentan abschminken", fasste Timo Glock vor einigen Tagen für uns seinen harzigen Saisonstart zusammen. "Das ist die richtige Entscheidung", unterstützt motorsport-magazin.com-Experte und TV-Kommentator Sven Heidfeld den Teamwechsel. "Die Hälfte der Saison ist vorbei und so langsam hat man sich fast schon daran gewöhnt, dass es bei Timo nicht läuft. Als Insider weiß man, dass es nicht an ihm gelegen hat und er das fahrerische Können besitzt, um auf das Podium zu fahren. Aber wenn man ein ganzes Jahr bei einem Team fährt, bei dem es nicht läuft, bleibt es dennoch negativ am Fahrer haften. Dadurch würde es schwierig die Karriere im nächsten Jahr korrekt fortzusetzen."

"Deshalb ist es besser jetzt das Team zu wechseln und mit neuen Ingenieuren und Mechanikern einen kompletten Neuanfang zu starten. Timo ist jetzt sicherlich topmotiviert und ich traue ihm zu, dass er sofort in die Punkte fahren kann." Ob es auch für die Top-4 reichen wird, hänge natürlich ein bisschen vom Glück und den Umständen ab.

Sein neuer Teamkollege Ernesto Viso hat in den letzten Rennen jedenfalls bewiesen, dass das iSport Auto gut läuft. Und wie gut Timo ist, hat er bei seinem ersten GP2-Test für ART im letzten Winter gezeigt: Da fuhr er auf Anhieb Spitzenzeiten. Außerdem hat er bereits WM-Punkte in der Formel 1 eingefahren und in der Champ Car Serie um den Sieg gekämpft. "Timo muss nicht zeigen, dass er ein guter Rennfahrer ist", weiß Sven, "er muss dafür sorgen, dass es mit seiner Karriere weitergeht. Er muss jetzt Highlights setzen - schließlich sehen sich die F1-Teams die GP2-Rennen auch an. Bislang vermutete man zwar, dass es am Team lag, aber das reichte nicht - jetzt muss er es beweisen."

Mit iSport International sollte das möglich sein. "iSport liegt vielleicht nicht auf dem Niveau von ART oder Arden", analysiert Sven, "aber mit iSport ist er auf alle Fälle in die Verfolgergruppe aufgestiegen." Die plötzliche Umstellung auf das neue Team sei kein großes Problem. "Man muss zwar die neuen Leute kennen lernen, aber sobald man im Auto sitzt zählt nur noch, wie die ersten zehn Runden verlaufen. Dann kann man sofort spüren, ob man mit dem Auto gewinnen kann."