Luiz Razia hat die Tür zum Meisterschaftsduell mit Davide Valsecchi einem sensationellen Erfolg im Valencia-Sprint wieder weit aufgestoßen. Begünstigt wurde er dabei aber auch von einer Strafe gegen seinen Hauptkonkurrenten, die bereits vor dem Start ausgesprochen wurde. Valsecchi wurde für schuldig befunden, im Hauptrennen am Samstag nach dem Unfall von Fabrizio Crestani unerlaubterweise das Safety-Car überholt zu haben. Für den Gesamtführenden setzte es deshalb eine 20-Sekunden-Strafe, die ihn nicht nur seiner Punkte für P8 in Lauf eins beraubte sondern auch der Pole-Position für das Sprintrennen.

Calado erneut von Pole-Position

Ausgleichende Gerechtigkeit stellte dieser Umstand immerhin für James Calado dar, der fahrerisch am Samstag fehlerfrei geblieben war, auf Grund eines strategischen Fehlers seiner Lotus-Truppe hinter dem Safety-Car aber einen sicheren Sieg verschenkte - der Brite erbte Valsecchis Platz an der Sonne. Ärger gab es auch für iSport-Pilot Jolyon Palmer - er kassierte als Verursacher von Crestanis Überschlag eine Rückversetzung ans Ende des Feldes. Als es dann beim Sprintstart endlich wieder sportlich auf der Strecke zur Sache ging, setzte sich, ähnlich wie am Samstag, zunächst Pole-Mann Calado vom Feld ab.

Luiz Razia: Strahlender Sieger in Valencia, Foto: Sutton
Luiz Razia: Strahlender Sieger in Valencia, Foto: Sutton

Seine Führung wurde jedoch zweimal durch das Safety-Car zunichte gemacht, der Druck dahinter durch das Carlin-Duo Rio Haryanto und Max Chilton aufrechterhalten. In Runde 15 schaffte es Haryanto kurz, sich die zwischenzeitliche Führung zu schnappen - Calado antwortete jedoch unverzüglich und holte sich den Spitzenplatz postwendend zurück. Weitere fünf Runden später kam es zwischen den beiden Führenden zum nächsten Duell und zur Kollision - Haryanto versuchte es auf der Innenseite, fuhr Calado dabei jedoch seitlich ins Auto und schied aus. Der Lotus-Pilot konnte weiterfahren, wenngleich sein Bolide einige Beschädigungen davongetragen hatte und er anschließend merklich an Vorsprung auf seine Verfolger einbüßte.

Entscheidung sieben Kurven vor dem Ziel

Hinter ihm führte Fabio Leimer vor Max Chilton die nachfolgenden Piloten an - vier Runden vor Schluss war der Schweizer an Calado dran. Trotz seines angeschlagenen Bolidens wehrte sich dieser zunächst tapfer und erfolgreich gegen alle Attacken. Schließlich lief alles auf eine spannende Rennentscheidung in der allerletzten Runde hinaus. Leimer probierte es in Turn zwölf gegen Calado außenherum, verbremste sich dabei jedoch und kürzte die Schikane ab, wodurch er seine so kurzzeitig gewonnene Führung zurückgeben musste. Dahinter positionierte sich derweil Razia.

Fabio Leimer verpasste einen möglichen Sieg, Foto: GP2 Series
Fabio Leimer verpasste einen möglichen Sieg, Foto: GP2 Series

Der Arden-Pilot war nach der ersten Runde bis auf P8 zurückgefallen, hatte sich dann aber stark zurück in die vorderen Regionen gekämpft. Zunächst hatte er im vorletzten Umlauf Giedo van der Garde und kurze Zeit später auch Max Chilton überholt - anschließend machte er Jagd auf Calado und Leimer und hatte damit Erfolg. Während sich die beiden Streithähne an der Spitze in Kurve 17 auf ihr Duell konzentrierten, stürmte Razia auf der Außenseite an beiden vorbei und übernahm gerade einmal sieben Kurven vor dem Ziel die Führung. Calado sicherte sich dahinter immerhin P2 vor Leimer.

Max Chilton musste sich mit Rang vier zufriedengeben, noch vor Racing Engineerings Nathaneal Berthon und Giedo van der Garde. Nicht gut lief der Sprint für Samstagssieger Esteban Gutierrez - er schied nach einer Kollision mit Marcus Ericsson bereits in der zweiten Kurve aus. In diesen Vorfall war auch Valsecchi verwickelt - der Italiener konnte aber weiterfahren und wurde noch Zehnter, obwohl er gleich zweimal die Box ansteuern musste. In Sachen Meisterschaft hat der DAMS-Pilot auf Razia in Valencia trotzdem eine Menge Boden verloren. Der Brasilianer liegt nun nur noch einen Punkt hinter dem Gesamtführenden.