Der GP2-Test in Jerez war für mich eine super Erfahrung. Endlich haben wir den nächsten Schritt gemacht. Nach einem Jahr F3 Deutsche Meisterschaft und zwei Jahren Formel 3 Euro Serie war das wichtig. Ich bin direkt gut zurecht gekommen. Die Umstellung war nicht so groß wie ich mir das im Vorhinein vorgestellt habe. Der größte Unterschied zwischen einem GP2- und einem F3-Auto sind die Bremsen, die in der GP2 aus Karbon sind. Zum anderen ist die Linienwahl unterschiedlicher als in der Formel 3 Euro Serie.
Natürlich gibt es auch in Punkto Leistung und Geschwindigkeit einen enormen Unterschied, aber vom Fahrerischen her, habe ich es mir deutlich schwieriger vorgestellt. Es ging von Beginn an gut. Nach fünf, sechs Runden konnte ich schon den Speed der anderen mitgehen. Die restlichen Stunden habe ich mich drauf konzentriert, mich stetig weiter zu verbessern und mich mit den Ingenieuren einzuspielen. Letztendlich hat alles gut geklappt. Ich bin die fünftbeste Zeit von allen in den drei Tagen gefahren und war damit bester Rookie. Es war absolut eine gute Erfahrung, ich freue ich schon sehr auf das nächste Jahr.
Mein Ziel ist es 2010 in der GP2 zu fahren, ganz klar. Es ist noch relativ früh, um eine Tendenz für ein Team zu haben. Es gibt verschiedene Top-Teams wie zum Beispiel BARWA ADDAX. Aber es ist schwer jetzt schon ein Team rauszupicken, vor allem weil ich mich noch nicht so gut in der Serie auskenne. Ganz klar will man zu den Top-Teams hin, die auch letztes Jahr ganz vorne mitgefahren sind. Aber derzeit sind wir immer noch auf der Suche nach einem guten Team. Ich habe bereits für zwei Teams getestet - für DAMS und BARWA ADDAX.

An den drei Testtagen im November darf ich noch einmal für drei Teams fahren - darunter das portugiesische Ocean Team - und danach werden wir uns entscheiden, welches Team es letztendlich wird. Das ist auch der Hauptgrund, warum wir eigentlich die drei Testtage bestreiten. Deshalb werde ich auch das F3-Saisonfinale in Hockenheim ausfallen lassen, um in der GP2 Asia die ersten Tests in Abu Dhabi zu bestreiten. Meine Vize-Meistertitel kann mir keiner mehr nehmen. Ich denke, man muss damit zufrieden sein. ART war in dieser Saison in der Kombination mit Jules Bianchi wieder nicht zu schlagen. Das Team hat seinen siebten Titel in Folge eingefahren, von daher war es schwer. Ich bin im Großen und Ganzen mit dem Vize-Meistertitel zufrieden.
Ich denke, mehr war einfach nicht drin. Wir haben das bestmögliche herausgeholt, ich bin der einzige Pilot, der in jedem Rennen gepunktet hat. Das zeigt, dass wir auf jeder Strecke konkurrenzfähig waren. Letztendlich hat es einfach nicht gereicht. Ich freue mich jetzt auf die GP2 und versuche es da noch einmal. Mein großes Ziel heißt aber weiterhin Formel 1. Natürlich habe ich den Brasilien-GP verfolgt und ich denke, Jenson Button ist verdient Weltmeister. Er hat die meisten Punkte gesammelt. Gerade am Anfang der Saison ist er gut gefahren und war jetzt zum Schluss darauf konzentriert, keine Fehler zu machen und Punkte zu holen.
Natürlich hat das ein bisschen defensiv gewirkt, aber er hat die meisten Punkte und ist damit auch verdient Weltmeister. Vor dem ersten Saisonrennen waren für mich allerdings Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton die großen Favoriten. Nachdem das Auto der beiden Piloten nicht gut lief, habe ich schon auf Sebastian Vettel gehofft. Mit Brawn GP konnte ja keiner rechnen, aber in den letzten Rennen war klar, dass Button den Titel holt.

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