Die beiden ersten Saisonläufe der Formel 3 EuroSerie in Hockenheim habe ich mir schon ein wenig anders vorgestellt. Vor allem nach dem dritten Startplatz für das zweite Rennen habe ich am Sonntag viel mehr erwartet. Andererseits muss man es so sehen: nach Platz 14 in der Qualifikation ist es in den beiden Rennen mit den Plätzen sechs und acht gar nicht so schlecht gelaufen.

Leider haben wir uns vor der Qualifikation dazu entschieden, es auf Slicks zu versuchen. Das hat, bis auf uns, sonst keiner probiert und wir hätten auch sofort mit Regenreifen fahren sollen. Schon nach einer Runde auf den Trockenreifen bin ich wieder in die Box gefahren, denn es gab überhaupt keinen Grip. Direkt bei der Ausfahrt aus der Box musste ich feststellen, dass es noch viel zu feucht ist.

Da der Reifenwechsel in der Boxengasse etwas länger dauerte als geplant, blieben mir am Ende nur noch neun Minuten für eine gescheite Runde. Letztlich hat es gerade noch für den 14. Platz gereicht. Die Regenreifen brauchen einfach länger, um auf Temperatur zu kommen - vor allem bei den kühlen Temperaturen wie in Hockenheim. Die Fahrer, die sofort auf Regenreifen auf die Strecke fuhren, hatten das Problem nicht und konnten 25 Minuten ihren Rhythmus fahren und die Reifen optimal nutzen.

Im ersten Rennen am Samstag konnte ich mich immerhin bis auf den sechsten Platz nach vorne arbeiten und so drei Punkte holen. Allerdings bekam ich während des Rennens Untersteuern und konnte nicht mehr wie gewollt attackieren. Untersteuern scheint jedenfalls ein generelles Problem mit dem neuen Dallara zu sein, letztes Jahr war es jedoch noch nicht so krass.

Bei allen Autos im Feld kann man erkennen, dass der Frontflügel im Vergleich zum Heckflügel steiler eingestellt ist. So versucht man das Untersteuern in den Griff zu bekommen. Des weiteren kann man natürlich verschiedenste Einstellungen am Fahrwerk des Dallara vornehmen, um eine bessere Balance zu erzielen. Für das Rennen am Sonntag ist uns das auch gelungen - warum wir nicht in die Punkte kamen, hat aber andere Gründe.

Noch ist die Nase heil, Foto: F3 EuroSeries
Noch ist die Nase heil, Foto: F3 EuroSeries

Zum einen war mein Start nicht ganz optimal und ich habe einen Platz verloren, das war aber eigentlich nicht weiter schlimm. Auf dem Weg zur Spitzkehre hat mir mein Team mitgeteilt, dass das Safety-Car auf die Strecke kommt. Zudem habe ich gelbe Flaggen und SC-Schilder gesehen - bin also direkt vom Gas gegangen. Leider haben drei meiner Kollegen anscheinend nichts davon mitbekommen und haben mich unter Gelb überholt. Warum die Rennleitung sich diese Szene nicht genauer angeschaut hat, bleibt fraglich.

Im Ziel reichte es nach den Schwierigkeiten in der Anfangsphase nur für den achten Platz. Einigen mag vielleicht das Loch an der Nase meines Autos aufgefallen sein: das habe ich mir in der fünften Runde in der Haarnadel eingefangen. Sicherlich war das kein aerodynamischer Vorteil, ich habe sogar einen richtigen Windzug im Auto gespürt.

Als nächstes steht neben Testfahrten in Nogaro das Rennen in Mugello auf dem Plan. Ich selbst kenne die Strecke nicht, aber das Team hat dort schon einige Erfahrungen mit anderen Rennserien sammeln können. Für mich gilt es einfach die Strecke in den Trainingssitzungen kennen zu lernen und dann im Qualifying das Maximum zu erreichen. Volkswagen befindet sich auf dem richtigen Weg - das haben wir in Hockenheim mit den Podestplätzen von Mortara gezeigt...