Freud und Leid können so eng beieinander liegen. Auch im Motorsport. Oder gerade da? Während sich Nico Hülkenberg die Pole-Position für den 15. Wertungslauf der Formel 3 EuroSerie schnappen konnte, startet Sébastien Buemi, der in der Gesamtwertung nur einen Platz vor Hülkenberg liegt und noch gute Chancen auf die Meisterschaft hat, von Startplatz zehn.

"Ich bin happy", sagte Nico Hülkenberg nach seine zweiten Pole in Folge gegenüber motorsport-magazin.com. "Schon am Donnerstag lief es im ersten Pre-Event-Test ganz gut, im zweiten wollte es nicht ganz klappen." Im freien Training am Vormittag meldete sich der Deutsche mit der Bestzeit zurück. Bis zum Qualifying konnte die ASM-Truppe das Auto von Hülkenberg weiter verbessern. "Es ist ziemlich gut. Wenn man am Limit fährt, hat man immer kleinere Probleme, mit denen man kämpfen muss, aber insgesamt bin ich zufrieden."

Sébastien Buemi musste kämpfen, Foto: F3 EuroSerie
Sébastien Buemi musste kämpfen, Foto: F3 EuroSerie

Auch wenn Buemi und gerade Romain Grosjean weit hinten stehen, erwartet Hülkenberg kein leichtes Rennen. "Mit Kamui Kobayashi und Yelmer Buurman stehen zwei starke Fahrer hinter mir. Es sollte nicht einfacher werden als sonst, aber einfach ist es sowieso nie", so der ASM-Pilot. "Ich brauche einen guten Start, denn wenn ich dort vorne bleibe, ist ein Sieg möglich. Aber wenn ich ganz vorne stehe, will ich das Rennen auch gewinnen."

Sébastien Buemi war mit seinem zehnten Platz ganz und gar nicht zufrieden. Der Schweizer verpasste eine große Chance, um Boden auf seinen Kontrahenten Grosjean gutzumachen. Der Franzose muss nach einem Motorwechsel zehn Startplätze zurück und darf am Samstag nur von Position 15 losfahren. "Es war einfach keine gute Qualifikation"; seufzte der Tabellenzweite. "Wir hatten Probleme mit der Abstimmung des Autos und es gab viele gelbe Flaggen. Es ist wirklich nicht gut gelaufen."

Doch morgen ist ein neuer Tag. Den will Buemi nutzen und in die Punkte fahren. "Es ist immernoch möglich, auf Grosjean aufzuholen", so der Schweizer. "Mein Ziel ist es, am Samstag unter die ersten Acht zu fahren und am Sonntag von weit vorne zu starten."