Mein bislang bestes Wochenende in der Euroserie. 14 Punkte, so viel habe ich in dieser Saison noch nie geholt. Vor dem Wochenende hatte ich 29 Punkte, also habe ich fast 50 Prozent der Punkte geholt, die ich bis dahin eingefahren hatte. Es ist wirklich toll gelaufen. Am Donnerstag haben wir im Training viel probiert, am Freitag dann noch einmal die besten Sachen zusammengesetzt.

Und es war auch egal, wie das Wetter sich verhalten hat. Im Nassen war ich auf Regenreifen der Schnellste, dann war ich auch auf abtrocknender Bahn mit alten Reifen der Schnellste und mit neuen Reifen lag ich auch wieder ganz vorne. Es ist also schon gut losgegangen und ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt. Für das Qualifying haben wir noch ein paar kleine Veränderungen vorgenommen, die Reifen drauf getan und mir ist eine sehr gute Runde gelungen. Ich kam fast ohne Fehler um die Strecke. Hin und wieder gab es ein paar kleine Rutscher, aber das passiert eben, wenn man am Limit fährt. Theoretisch wäre aber wohl auch nicht viel mehr drin gewesen. Das Auto und ich haben gepasst.

Am Samstag ging es ähnlich weiter. Ich hatte nach dem Start direkt 50 Meter Vorsprung und musste deswegen in der ersten Kurve auch nicht zumachen. Nach fünf Runden hatte ich schon einen Vorsprung von 3,5 Sekunden. Es lief wirklich super. Ich war einfach das ganze Rennen über schneller als die Konkurrenz und konnte vorne wegfahren. Der Sieg hat mich natürlich sehr gefreut, denn so ein tolles Rennen hat man nicht alle Tage.

Es lief so richtig rund, Foto: F3 EuroSerie
Es lief so richtig rund, Foto: F3 EuroSerie

Für den Sonntag bedeutete das Ergebnis Startplatz acht. Anders als am Samstag, als viele schlecht wegkamen, hatten diesmal alle einen recht guten Start. Beim Anbremsen auf die erste Kurve konnte ich aber viele Plätze gutmachen, da viele Autos innen waren und ich mit Buemi außen. Ich war gleich Vierter. Vorne ist Schlegelmilch aber sehr clever gefahren. Er hat uns alle ein bisschen aufgehalten, weswegen wir auch so eng zusammen waren. Wir haben aber schon vorher gewusst, dass das Überholen auf dem Nürburgring sehr schwer werden würde, da man an den wichtigen Stellen die Downforce braucht. Fährt man hinter einem, dann fehlt da ein bisschen etwas, um dran zu bleiben. Ich war aber Vierter und von acht auf vier ist auch ganz gut. Dadurch habe ich drei weitere Punkte mitgenommen und ein gutes Wochenende abgeschlossen.

Ich war damit sehr zufrieden. Ich fühle mich auch immer wohler im Auto und muss sagen, dass ich das Gefühl habe, eigentlich erst jetzt so richtig in der Euroserie angekommen zu sein. Auf der einen Seite ist es natürlich schade, dass gerade jetzt die Saison in die Schlussphase geht. Andererseits musste ich zu Beginn der Saison viel lernen und viel umstellen. Ich habe noch Fehler gemacht und daraus auch gelernt. Wenn ich die damals nicht gemacht hätte, hätte ich sie eben zu einem anderen Zeitpunkt gemacht. Natürlich ist es schade, dass dadurch auch schlechte Rennen dabei waren und Punkte verloren wurden, aber ich bin auch erfahrener geworden. Ich bin jetzt besser vorbereitet, wenn sich in Zukunft Probleme einstellen, die ich dieses Jahr schon kennen lernen durfte.

Für uns geht es jetzt weiter nach Barcelona. Dort bin ich noch nie gefahren, aber wir haben am Donnerstag zwei Mal eineinhalb Stunden Training, also sollte es kein Problem sein, die Strecke zu lernen. Natürlich werden andere wie Grosjean oder Buemi, die voriges Jahr schon dort waren, einen kleinen Vorteil haben. Ich werde aber einfach hinfahren, mein Bestes geben und dann werden wir sehen. Der Sieg jetzt war zwar schön, aber den Level wollen wir auch halten und weiter konstant vorne um Siege mitfahren.