"Ich hatte einen super Start und musste mich in der ersten Kurve nicht besonders hart verteidigen." So leicht kann Nico Hülkenberg seinen Arbeitstag beschreiben. Denn nach dem Start kam ihm nie wieder einer seiner Verfolger gefährlich nahe. Hülkenberg dominierte den ersten F3-Lauf am Nürburgring und fuhr verdient als Sieger über die Ziellinie. "Ich konnte in den ersten vier Runden den Verfolgern davonziehen und mir einen Vorsprung von bis zu vier Sekunden aufbauen", bestätigte er im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Danach hat sich der Vorsprung zu Sebastien eingependelt, zum Schluss konnte er etwas aufholen. Allerdings konnte ich dann wieder härter pushen und den Vorsprung wiederherstellen."
Für Titelanwärter Sebastien Buemi war aber auch ein zweiter Platz ein gutes Ergebnis - sein Titelkontrahent Romain Grosjean landete nur auf Platz 5. Auch bei Buemi war der Start entscheidend - wenn auch auf negative Art und Weise: "Der Start war ziemlich gut", so der Schweizer. "Ich wollte in der ersten Kurve ein paar Plätze gutmachen, war aber etwas zu früh auf der Bremse. Danach bin ich rund 15 Runden Dritter geblieben - Jakes auf P4 war hinter mir und hat mich ziemlich unter Druck gesetzt." Letztlich war das aber kein großes Problem, da es auf dem Nürburgring sehr schwierig ist zu überholen. "Nach 17 Runden hat sich das Auto gebessert, ich konnte auf das Führungsduo aufschließen und noch Platz zwei erobern. Von Hülkenberg war ich allerdings zu weit weg." Am wichtigsten war für ihn sowieso, dass er Grosjean ins Ziel kam. "Das ist erreicht und das muss ich weiterhin erreichen."
Auch eine Podiumsstufe tiefer war Edoardo Piscopo mit seinem Podestplatz zufrieden. "Es ist ein fantastisches Gefühl, auf dem Podium zu sein, zumal es hier das erste Mal ist", freute er sich. "Die Fahrzeugbalance hat gepasst - verglichen mit dem Beginn der Saison haben wir uns in dieser Hinsicht deutlich verbessert. Diese Form müssen wir jetzt halten, noch konstanter werden, um von jetzt an öfter aufs Podest zu kommen."
Tim Sandtler war vom Podium weit entfernt - sein Rennen war sogar schon in der ersten Kurve nach dem ominösen Start gelaufen. "Der Start war okay, obwohl ich nicht so gut wegkam." Der Grund dafür war ein kleiner Fehler vor dem eigentlichen Start: Tim hätte noch eine zusätzliche Aufwärmrunde für die Reifen fahren können, kam aber stattdessen direkt in die Startaufstellung. "Deshalb waren meine Reifen am Start nicht warm genug." Dann kam die erste Kurve: "Ich musste sie außen anfahren, innen waren viele Autos, dann ist mir einer reingefahren - es war wie ein déjà-vu." Schon mehrmals ist ihm so etwas in den letzten Rennen geschehen. "Ich flog ein paar Meter hoch durch die Luft und habe einige Plätze verloren." Allerdings fuhr er zunächst weiter. "In der Bitkurve habe ich dann versucht, zu überholen - er hat zugemacht und meine Spurstange war krumm." Sein Auto war jedoch schon vorher beschädigt. "Das Rennen war schon in der ersten Kurve vorbei." Der eine hatte es da schon gewonnen, der andere verloren.

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