Nach der Premiere in Mugello kehrt die Formel 3 EuroSerie auf gewohntes Gebiet zurück. Auf dem Circuit Park Zandvoort an der holländischen Nordseeküste startet die Nachwuchsserie im Rahmen der DTM in ihre zweite Saisonhälfte. Aktuell hat der Franzose Romain Grosjean nach einer tollen Vorstellung in Italien fünf Punkte Vorsprung auf Sébastien Buemi, der in der Gesamtwertung auf der zweiten Position liegt. Die beiden französischsprachigen Piloten waren schon in den vergangenen Jahren auf der 4,307 Kilometer langen Stecke unterwegs. Während Grosjean am Samstag mit dem vierten Platz das Podium knapp verpasste, schaffte es Buemi nach einer tollen Aufholjagd am Sonntag nicht ganz in die Punkte.

Weitaus bessere Erinnerungen hat Buemi an das Formel 3 Masters. Dort wurde der Schweizer hinter Paul di Resta und Giedo van der Garde guter Dritter. Für das internationale Einladungsrennen werden die Akteure der EuroSerie in diesem Jahr übrigens nicht nach Zandvoort zurückkehren. Wegen Lärmschutzauflagen wurde das Rennen nach Zolder verlegt, wo sich die Weltelite der Formel 3 schon in knapp zwei Wochen treffen wird.
Bisher war Zandvoort immer ein Garant für enge Rennen, auch wenn das Überholen auf dem Dünenkurs beinahe unmöglich ist. Am Ende der langen Start-Ziel-Gerade befindet sich die einzige relevante Bremszone, in der man an seinem Vordermann vorbeiziehen kann. Ansonsten besteht die Strecke aus anspruchsvollen Kurven, die sich durch die Dünen Zandvoorts schlängeln. Im Sonntagsrennen der Saison 2006 sorgte ein Regenschauer kurz vor dem Start für zusätzliche Spannung. Ein Teil der Fahrer setzte auf Regenreifen, ein anderer auf die profillosen Slicks. Nach 18 Runde siegte Charlie Kimball mit nur 0,6 Sekunden Vorsprung auf Sebastian Vettel.
Tim Sandtler setzte in dem kuriosen Rennen auf Slicks. "Damit bin ich in den ersten Runden wie auf rohen Eiern gefahren", gibt der Bochumer zu. Doch nach einigen Runden war die Reifenwahl genau richtig. Die Strecke trocknete immer weiter ab und die Konkurrenz hatte auf den Regenpneus kaum eine Chance. Sandtler holte den ersten Punkt in der Formel 3. "Und das, obwohl ich bei einem Überholversuch an Kazuki Nakajima kurz im Kies war." Nakajima wurde am Ende Dritter. Doch ein Blick in die Statistiken zeigt: Beim letzten Rennen in Zandvoort war Sandtler der beste Pilot, der auch in diesem Jahr noch in der Serie unterwegs ist. Wenn das mal kein gutes Omen ist...
Besonders groß ist die Freude bei den Lokalmatadoren Yelmer Buurman und Renger van der Zande. Beide können sich auf viel Unterstützung freuen, denn es werden mehr als 80.000 Fans erwartet. Vor zwei Wochen in Mugello hatte meine italienische Mannschaft Prema Powerteam ihr Heimrennen, jetzt geht es zu meinem eigenen Heimspiel nach Zandvoort", so Van der Zande. Man mag es kaum glauben, dass der Niederländer noch nicht an einem Formel 3 Rennen auf seiner Heimstrecke teilgenommen hat. Trotzdem kennt er die Strecke aus diversen nationalen Rennserien wie seine Westentasche: "Die Strecke ist sehr abwechslungsreich, es gibt viele unterschiedliche Passagen und Kurven. Ich bin dort schon einige Rennen gefahren und kenne die Piste sehr gut. Ich hoffe, dass es ein kleiner Vorteil für mich ist."

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