Das Rennwochenende in Nürnberg ist optimal für mich gelaufen. Es lief die ganze Zeit für mich ziemlich gut und ich konnte viele Punkte mit nach Hause nehmen. Uns war von vorneherein klar, dass wir auf dem Norisring nicht die Favoriten sind, umso überraschender kam das gute Abschneiden für uns. Es hat schon im Qualifying angefangen, als ich mir die Pole Position und einen Punkt für die Meisterschaft sichern konnte. Nach einem schlechten Start in das erste Rennen konnte ich später noch Positionen gewinnen, weil Romain Grosjean zwei seiner Teamkollegen touchierte. Auch das zweite Rennen lief prima. Ich konnte fünf Punkte holen und Grosjean fiel aus. Insgesamt konnte ich 14 Punkte holen, 17 wären das Maximum gewesen. Das ist eine gute Ausbeute.

Wir können uns aber nicht auf den sechs Zählern Vorsprung ausruhen, sondern müssen weiter hart arbeiten und immer aufpassen. Ein Fehler und die Führung ist weg. Wenn in Magny-Cours Grosjean gewinnen und ich ausfallen sollte, dann habe ich plötzlich vier Punkte Rückstand. Aber natürlich sind sechs Zähler mehr als der größte Konkurrent besser als sechs weniger.

Es ist immer wieder schön, auf dem Norisring zu fahren. Die Strecke ist einfach anders als andere, auch wenn sie nicht mitten in der Stadt liegt, wie viele behaupten. Macau und Monaco sind für mich echte Stadtkurse, auf der Strecke im Fürstentum bin ich in diesem Jahr ja schon mein GP2-Debüt gefahren. Trotzdem muss man auf dem Norisring viel genauer fahren als woanders. Man fährt mit sehr wenig Flügel, das macht die Geschichte nicht einfacher. Es ist vor allem eine große Herausforderung, hart zu bremsen. Macht man dort etwas falsch, kann man viel Zeit verlieren. Dass es selbst ohne Flügel geht, hat Jean Karl Vernay gezeigt. Er fuhr mehrere Runden ohne Heckflügel und es hat noch ganz gut geklappt.

Sébastien freute sich über den zweiten Platz, Foto: F3 EuroSerie
Sébastien freute sich über den zweiten Platz, Foto: F3 EuroSerie

Schon am kommenden Wochenende starten wir in Magny-Cours. Bei den Testfahrten lief es dort ganz gut für uns, doch mittlerweile gibt es einen neuen Asphaltbelag und die Bedingungen werden wieder anders sein als beim Test. Da wir kein Training haben, wird es besonders wichtig sein, schnell den richtigen Rhythmus zu finden. Die Qualifikation wird wieder sehr interessant, denn im Rennen ist das Überholen kein Kinderspiel. Die Tatsache, dass unser Zeittraining schon um acht Uhr stattfindet, macht es nicht einfacher.

Ein anderer kleiner Unterschied ist die Rennlänge. Wir fahren nur 30 Minuten. Für uns Fahrer stellt das keine große Herausforderung dar. Wenn man ein gutes Setup hat, kann man selbst bei den normalen Renndistanzen immer am Limit fahren, ohne dass man Probleme mit den Reifen bekommt. Romain Grosjean und das ASM-Team werden bei ihrem Heimspiel sicher sehr motiviert sein, aber das interessiert mich nicht. Ich will weiter in die Punkte fahren, wie ich es bei den bisherigen Rennen geschafft habe. Für mich läuft die Saison bisher klasse und das soll auch so bleiben.