Etwas Ärger und sehr viel Freude, so ungefähr könnte ich mein Wochenende auf dem Norisring zusammenfassen. Einem ärgerlichen Ausfall stand mein erster Sieg gegenüber und bei dem konnte ich von Platz 18 ganz nach vorne fahren, was wohl nicht ganz so schlecht war. Danach ganz oben auf dem Podium zu stehen, war schon eine schöne Sache. Denn das Rennen auf dem Norisring ist schon etwas Besonderes. Es ist das einzige Stadtrennen im Kalender, gegenüber ist die volle Steintribüne, das erzeugt schon Gänsehaut-Feeling.
Bevor es an die Rennen ging, stand am Freitag aber erst einmal das Qualifying auf dem Programm. Dort konnte ich auf Platz zwei fahren und lag vor meinen Teamkollegen, was ich eigentlich als gute Leistung empfand. Nur mit dem Auto hatten wir ein bisschen zu kämpfen. In der Schikane ist es nicht perfekt gelegen, weswegen uns dort die zwei Zehntel gefehlt haben, damit wir Buemi im Kampf um die Pole hätten schlagen können. Ansonsten ist es aber recht gut gelaufen. Ich habe mich im Auto und auf der Strecke von Anfang an wohl gefühlt, von daher ist das ganze Wochenende ziemlich rund gelaufen - außer am Samstag vielleicht.
Denn das Rennen am Samstag war der einzige dunkle Fleck an dem Ganzen. Der Unfall war nicht meine Schuld, aber ich hätte in dem Moment auch anders reagieren können. Ich hätte die Situation anders gestalten können, sodass ich nachher auch noch im Rennen gewesen wäre. Dass das im Zweikampf mit meinem Teamkollegen Romain Grosjean passiert ist, war natürlich doppelt ärgerlich und wenn man dann noch bedenkt, dass er das Rennen nach der Regenunterbrechung noch gewonnen hat, wird es auch nicht besser.

Ich nahm die Wut und den Frust über den Ausfall aber mit in den Sonntag und das war ein richtig schönes Rennen. Wenn man schnell genug ist und Leute überholen kann, dann macht das immer Freude. Das Auto war wirklich gut, ich habe auch von einigen Unfällen profitiert, aber am Ende standen der Sieg und die sechs Punkte. Im Endeffekt ist es genau das, was zählt.
Besonders angenehm war natürlich das Gefühl, als ich bereits in den Top Drei war und gemerkt habe, wie ich Yelmer Buurman an der Spitze näher und näher gekommen bin. Hinter mir lag Buemi - wir waren viel schneller und haben mit großen Schritten aufgeschlossen. Als ich dann in den Windschatten kam, bin ich in der ersten Kurve außen an Buurman vorbeigegangen. Das war wirklich ein schönes Manöver, weil wir beide uns fair verhalten haben. Er hat mir etwas Luft gelassen und ich ihm auch.
In den letzten Runden bin ich dann ruhig geblieben. Ich bin einfach zügig durchgefahren, habe nach vorne geschaut und das Rennen sicher beendet. Das gute Ergebnis hat mir vor dem Rennen in Magny Cours am kommenden Wochenende natürlich Auftrieb gegeben. Dort werden wir im Rahmen der Formel 1 fahren, was die Veranstaltung auch zu etwas Besonderem macht. Dass wir ohne Training direkt ins Qualifying gehen müssen, stört mich dabei wenig. Ich denke sogar, dass mir das entgegen kommt. Bei den Testfahrten hat es dort ganz gut ausgesehen und ich habe mich im Auto wohl gefühlt. Vielleicht klappt es ja wieder mit einem guten Ergebnis.

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