In Brands Hatch hatte ich das bisher beste Wochenende in der Formel 3 EuroSerie. Und das, obwohl es an sich sehr schwierig begann. Denn am Anfang standen wir da, wo wir immer standen, nämlich um Platz 13 oder 14. Letztlich waren wir dann doch sehr erfolgreich, auch wenn es ziemlich anstrengend war.
Mein Ziel war es auf jeden Fall nach vorne zu kommen. Ich wollte unbedingt unter die besten Acht kommen. Dass ich dann gleich in beiden Rennen Fünfter wurde ist natürlich Spitze. Schon im Training hatte ich ein gutes Gefühl, obwohl wir noch weiter hinten waren. Wir haben viel gebastelt und einige Dinge an der Aerodynamik verändert. Kurz vor der Qualifikation haben wir dann das entscheidende Detail gefunden. Das hat super funktioniert und daran haben wir weiter gearbeitet. Ich habe mich richtig wohl im Auto gefühlt.
Für mich waren es die ersten Punkte seit dem Rennen in Zandvoort letztes Jahr. Dort habe ich in einem kuriosen Regenrennen, in dem ich mit Slicks startete, als Sechster einen Punkt geholt. Jetzt habe ich gleich sechs Zähler errungen, mein Punktekonto also vervielfacht. Es hätte durchaus noch mehr sein können, wenn das Überholen in Brands Hatch nicht unmöglich gewesen wäre. Im zweiten Rennen hing ich hinter Yelmer Buurmann fest, der über einen Reifenschaden klagte. Hinter mir hing Nico Hülkenberg. Nach dem Rennen waren wir uns einig: Ohne den langsamen Vordermann hätten wir schneller fahren können.

Einige wundern sich vielleicht, warum wir im zweiten Rennen so schlecht wegkamen. Am Start steht man gleichzeitig auf allen drei Pedalen. Man drückt die Bremse, damit man nicht aus der Startposition rollt. Gerade in Brands Hatch ist das mit der abschüssigen Start-Ziel-Geraden ein großes Problem. Man darf nicht nach vorne rollen und muss trotzdem den richtigen Schleifpunkt finden. Ich bin also mit der rechten Hacke auf der Bremse, mit der Fußspitze auf dem Gas und mit dem linken Fuß versuche ich den Druckpunkt zu finden. Manche Fahrer haben neben dem Zündunterbrecher eine weitere Wippe am Lenkrad. Dieser Seilzug dient als eine Art Handbremse, damit man nicht drei Pedale gleichzeitig bedienen muss. Ich verzichte darauf, weil ich auch so ganz gut zurecht komme. Normalerweise bleibt das letzte rote Licht immer ein paar Sekunden an, doch diesmal ging die Ampel sofort aus. Wir waren alle überrascht und hatten einen dementsprechend schlechten Start, nur Kobayashi kam gut weg. Ich bin mir sicher, das war fast ein Frühstart.
Jetzt geht es zum Norisring. Ich habe ziemlich gute Erinnerungen an die Strecke. Letztes Jahr habe ich dort mit dem siebten Platz mein bestes Qualifying gefahren. Ich war das ganze Wochenende gut, hatte leider Pech im Rennen. Die gute Form des letzten Jahres macht mich optimistisch. Schließlich soll das Wochenende von Brands Hatch keine Eintagsfliege bleiben. Immerhin wird man auf dem Norisring wieder überholen können, die Qualifikation wird nicht ganz so entscheidend sein wie in Brands Hatch, denn man kann im Rennen noch nach vorne kommen. Vor dem Rennwochenende werden wir noch in Hockenheim testen. Wir werden uns auf de Aerodynamik und Bremsen konzentrieren. Auf dem Norisring braucht man bekanntlich einen hohen Topspeed auf den langen Geraden und trotzdem noch genügend Abtrieb in den Kurven.

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