Auch wenn es heute nicht zu einem Sieg gereicht hat, war der Tag für die drei deutschsprachigen Piloten in der Formel 3 EuroSerie ergiebig. Wie schon am Samstag schafften es Nico Hülkenberg, Tim Sandtler und Sebastien Buemi in die Punkte, diesmal allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Am schnellsten war unser Schweizer Freund Buemi, der sich durch den zweiten Platz im zweiten Rennen die Meisterschaftsführung von Romain Grosjean zurückholen konnte.
"Es ist wichtig, dass ich die Führung in der Meisterschaft zurückholen konnte", so Buemi. "In der Formel 3 EuroSerie ist es wichtig, immer Punkte zu erzielen. In vier Rennen drei Mal auf das Podium zu fahren, ist somit keine schlechte Leistung."

Eigentlich wollte Buemi am Start die Rennführung übernehmen, doch das klappte nicht. "Der Start war komisch, denn die Ampel ist schnell ausgegangen. Normalerweise bleibt das fünfte rote Licht ein bis zwei Sekunden an, diesmal ging es sofort aus. Meine Reaktion war dementsprechend schlecht", erklärt Sebastien Buemi motorsport-magazin.com. Nach dem Start hing der Mücke-Pilot das ganze Rennen hinter Edoardo Mortara fest. "Ich habe mich gefühlt wie im Karussell, es ging immer im Kreis. Hier ist es wirklich schwer zu überholen, der lange Kurs ist viel besser. So ist die Strecke ein Witz."
Bestätigung bekam Buemi von Tim Sandtler. "Auch mein Start war nicht gut, ich war ebenfalls überrascht, wie schnell die Ampel erlosch", berichtet der Mann aus dem Ruhrpott. "Irgendwie sind wir alle schlecht weggekommen, außer Kamui Kobayashi, der hatte einen wirklich guten Start." Die restlichen 54 Runden verbrachte Sandtler damit, sich das Heck von Yelmer Buurmann und Nico Hülkenberg im Spiegel anzuschauen. "Wir sind das ganze Rennen als Trio gefahren. Überholen war unmöglich, man durfte nur keine Fehler machen."

"Ranfahren ist kein Thema, aber Überholen ist das Problem", meint auch Nico Hülkenberg gegenüber motorsport-magazin.com. "Ich hatte eine gute Pace und war richtig schnell, doch ich hing hinter Tim fest." Wie seine beiden Vorredner beklagte sich der ASM-Fahrer über einen schwachen Start. "Ich habe direkt einen Platz verloren, als sich Romain raus drehte bin ich wieder einen Rang nach vorne gekommen."
Romain Grosjean fuchtelte nach dem Ausfall wild mit den Händen, er signalisierte, dass es eine Kollision gab. Im Gegensatz zu den TV-Bildern kann Tim Sandtler Aufschluss geben. "Ich glaube er ist mit Kobayashi aneinander geraten. Aber Grosjean muss sich an die eigene Nase fassen. Innen mussten wir alle langsamer machen und er wollte einfach außen vorbeifahren. Klar, dass das schief geht", sagte uns der Jo Zeller-Pilot-
Nach einem Wochenende unter Überholverbot freut man sich auf den Norisring. "Ich habe gute Erinnerungen an die Strecke. Der Norisring ist das krasse Gegenteil zu Brands Hatch, denn dort wird viel überholt. Ich freue mich darauf", so Hülkenberg. Auch der Meisterschaftsführende Sebastien Buemi kann es kaum erwarten: "Auf dem Norisring war ich immer schnell. In der Formel BMW konnte ich schon eine Pole holen und ich der Formel 3 war ich im letzten Jahr Vierter."

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