Der Start in die Saison war für Dich nicht ganz einfach...
Tim Sandtler: Sagen wir einmal so: Es hat bei mir alles recht spontan und spät angefangen. Denn bei mir stand erst im Februar fest, dass ich überhaupt Formel 3 fahren würde. Das heißt, ich hatte vorher ein, zwei Tests in einem alten Formel-3-Auto und bin dann praktisch direkt in die Formel 3 Euroserie eingestiegen. Bei meinem Team, mit dem ich dann gefahren bin, habe ich vorher überhaupt nicht getestet. Von daher waren meine Erwartungen auch nicht so hoch gesteckt.
Dadurch, dass der Umstieg so kurzfristig kam, wird die Umstellung von der Formel BMW auf die Formel 3 auch nicht gerade einfach gewesen sein?
Tim Sandtler: Es war eigentlich ein Sprung ins kalte Wasser. Denn von der Formel BMW in die Formel 3 ist es ein recht großer Schritt. Genauer betrachtet, ist die Formel 3 Euroserie mittlerweile die stärkste Nachwuchsserie und von daher war es am Anfang natürlich nicht gerade einfach.

Wie lange hat es dann, deiner Meinung nach, gedauert, bis die Saison richtig begonnen hat?
Tim Sandtler: Die gröbsten Fehler waren bis Mitte der Saison aussortiert. Überraschenderweise hat es ganz gut angefangen. Bei den ersten offiziellen Tests lag ich teilweise unter den Top Fünf und im Rennen konnte ich auch gut die Pace in den Top Ten mitgehen. Wobei ich bereits hier einige Fehler gemacht habe, vor allem zu Beginn in Hockenheim. Dabei hat die Erfahrung eine Rolle gespielt und ich muss zugeben, dass ich ein paar unnötige Fehler gemacht habe. Es ließ sich jedoch nicht vermeiden. Ich war aber recht schnell unterwegs, nur leider ist es dann nicht so weitergegangen, sondern eher schlechter geworden, als besser.
Welche Fehler unterlaufen einem Neuling?
Tim Sandtler: Im zweiten Rennen bin ich abgeflogen. Ich habe mich rausgedreht. Dabei lag ich in den Top Ten, was in den ersten Rennen immer mein Ziel war. Im ersten Rennen bin ich beim Bremsen jemandem hinten drauf gefahren. Das waren einfach typische Fehler, die nicht sein müssen.
Wie du bereits angesprochen hast, ist die Formel 3 Euroserie eine der stärksten Nachwuchsserien überhaupt. Fehler werden dort wahrscheinlich kaum verziehen?
Tim Sandtler: Auf jeden Fall. Die Formel BMW ist ein guter Vergleich. Wenn du einmal einen schlechten Start hattest, hast du vielleicht ein oder zwei Plätze verloren. In der Formel 3 wird das sofort gnadenlos ausgenutzt, da wirst du direkt zig Positionen nach hinten gereicht. Es gibt niemanden, der einen schlechten Start hinlegt, also darf dir das auch nicht passieren. Wenn du auf der Strecke kurz die Tür offen lässt, rutscht gleich jemand durch. Außerdem macht sich bei den meisten Piloten im Feld die Erfahrung bemerkbar, denn jeder der hier mitfährt, hat oft schon einmal eine Rennserie gewonnen.
Gab es Chancen, die du deiner Meinung nach nicht ganz so genutzt hast?
Tim Sandtler: Ich hätte wahrscheinlich ab Mitte der Saison bessere Ergebnisse einfahren können. Es fiel mir allerdings recht schwer, weil ich mit dem Auto ab Mitte der Saison nicht mehr klarkam. Es gab keine Fortschritte mehr. Es war nicht leicht, weil die Arbeit mit meinem Ingenieur und dem Team nicht so geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt habe. Wir haben das Auto einfach nicht so hinbekommen, wie ich es gerne gewollt hätte. Der eine Fahrer fährt eben lieber mit Untersteuern und der andere mit Übersteuern und da kam man mir nicht entgegen.

Gab es auf der anderen Seite Rennen, wo du deine Chancen hast nutzen können?
Tim Sandtler: Zwischenzeitlich kam ich in die Top Ten, was anfangs auch mein Ziel war. Teilweise hatte ich gute Möglichkeiten. In Barcelona war ich im Qualifying nicht ganz so schnell und stand nur auf Platz 15. Ich hatte dann aber einen guten Start und habe versucht vorne mitzuspielen. Aber wenn du einmal hinten drin bist, ist es schwierig, eine gute Chance zu nutzen.
In der Rookie-Meisterschaft warst du am Ende Dritter, bis kurz vor Ende sogar Zweiter. Zufrieden?
Tim Sandtler: Ehrlich gesagt, habe ich während der Saison fast gar nicht auf die Rookie-Meisterschaft geschaut, da wir nur vier oder fünf Fahrer waren. Ich lag bis zum letzten Rennen auf Platz zwei und es ist natürlich ärgerlich, dass ich diesen am letzten Rennwochenende noch verloren habe. Aber der zweite Platz hätte mich auch nicht wirklich getröstet, weil die Saison insgesamt nicht zufrieden stellend war.
Und wie geht es im nächsten Jahr weiter?
Tim Sandtler: Geplant ist noch einmal ein Jahr Formel 3, das muss sein. Denn so will ich mich dort nicht verabschieden. Ich weiß allerdings noch nicht wo, ich werde mich noch wegen eines Teams umschauen und ein paar Tests bestreiten. Es soll aber auf jeden Fall wieder die Formel 3 Euroserie sein.
Was wären deine Ziele, wenn du wieder in der Euroserie dabei wärst?
Tim Sandtler: Geplant sind dann schon Top-Fünf-Platzierungen und ganz toll wären natürlich Podiumsplätze. Nach dem Start, den ich diese Saison hatte, wäre es schön, wenn es wieder nach vorne ginge und das ist eigentlich auch mein Ziel.

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