Le Mans war sicher nicht mein bestes Wochenende. Das Qualifying ist schon nicht optimal gelaufen, ich hätte trotz der Strafe weiter vorne stehen können, ein Platz unter den ersten Drei wäre möglich gewesen. Sich immer noch über die Strafe von Barcelona zu ärgern, bringt nichts, ich bin zwar immer noch der Meinung, dass ich da nichts falsch gemacht habe, aber ich muss die Entscheidung der Stewarts akzeptieren. Ich habe ihnen zwar erklärt, dass ich keine Signale zum Aussteigen gesehen habe, ich hätte das ja befolgt, ich war ja so weit hinten, da wäre es egal gewesen, ob ich aussteige oder in die Box zurück fahre. Im Prinzip wollte ich sogar dafür sorgen, dass es schneller geht, das Auto von der Stelle dort wegzubringen. Aber sie haben das eben anders gesehen.
Volles Risiko
Dass ich trotz der Strafversetzung im ersten Rennen in Le Mans nach fünf Runden schon Dritter war, war toll, dann habe ich eben alles versucht, um das Rennen zu gewinnen, weil di Resta vorne lag und ich auf keinen Fall den Punkteabstand größer werden lassen wollte. Ich habe voll attackiert, war zweimal schon nah dran, beim dritten Mal war ich dann halt genau dieses Quäntchen zu schnell. In dieser Doppelrechts ist auch ein ganz komischer Curb, auf den ich gekommen bin - aber letztlich bringt das ganze Diskutieren nichts, natürlich war es am Ende mein Fehler. Dass dann auch noch der Motor ausgegangen ist und ich dadurch so viel Zeit verloren habe, war einfach Pech - es ist wirklich alles zusammen gekommen.
Viele spekulieren nun darüber, ob das etwas mit dem vielen Reisestress und der Doppelbelastung mit F1 und F3 zu tun hat, aber dem ist nicht so - es war ein Fahrfehler, der halt mal passiert, wenn man volles Risiko geht. Aber wer in so einer Situation nicht voll attackiert, ist meiner Meinung nach im Rennsport fehl am Platz.
In der Schumacher-Rolle
Dass ich dann nicht Achter sondern nur Neunter geworden bin, war schon so eine Art Vorentscheidung für das zweite Rennen am Sonntag. Für mich ging es fast schon um alles oder nichts. Leider sieht es so aus, als ob es eher nichts geworden ist. Die Meisterschaftssituation ist für mich jetzt ein bisschen so wie in der Formel 1 bei Michael und Fernando. Ich werde in Hockenheim sicher mein Bestes geben und alles versuchen, aber die Chancen sind natürlich nicht besonders.
Trotzdem gibt es noch etwas Positives zu vermelden: Ich bin 2007 offizieller Testfahrer des BMW Sauber Teams. Die offizielle Bestätigung durch BMW war schon eine Erleichterung, auch wenn ich es natürlich schon ein bisschen früher gewusst habe, aber es ist dann doch schön, wenn alles offiziell ist.
Wie es neben meiner F1-Tätigkeit im nächsten Jahr weitergeht, steht noch nicht fest. Einige Medien sehen mich "sicher" in der Renault World Series, aber da wissen die mal wieder mehr als ich. In der letzten Woche hat jemand geschrieben, dass ich mit Sicherheit GP2 fahre. Es ist noch nichts endgültig entschieden, aber eins ist klar: Das sind natürlich die einzigen beiden Alternativen. Es gibt aber noch keine ganz detaillierten Abmachungen über den Umfang meiner Freitagseinsätze und deswegen müssen wir das weitere Vorgehen erst einmal besprechen.

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