Das zweite Rennen der F3 Euroseries in Zandvoort war eines der rutschigen Sorte. Ein Wolkenbruch, der sich davor über den Kurs ergossen hatte, hatte für die entsprechenden Vorraussetzungen gesorgt. Doch das Wetter hatte noch eine weitere Überraschung parat - es gab Anzeichen, wonach es wieder trocken werden sollte. Das wurde es dann auch allmählich, weswegen Sebastian Vettel motorsport-magazin.com rückblickend sagen musste: "Es war die absolut richtige Entscheidung, auf Slicks zu fahren."
Doch mit dem Entschluss waren auch gewisse kleine Probleme verbunden. So meinte Vettel: "Die Entscheidung wurde aber erst sehr spät getroffen und deswegen konnten wir nicht mehr viel am Auto verstellen. Am Ende des Rennens war es sehr schwer, überhaupt noch die Pace mitzugehen."
Diese Unfähigkeit die Pace mitzugehen äußerte sich darin, dass Vettel am Ende von Startplatz 24 "nur" auf dem zweiten Platz hinter Charlie Kimball landete. Zwar war der Deutsche die meiste Zeit in der Nähe des Amerikaners, aber für einen Angriff passte das Setup einfach nicht. "Insgesamt war ich, glaube ich, schneller als der Charlie. Aber auf der Geraden konnte ich mich nicht ranarbeiten, weil wir ziemlich viel Downforce gefahren sind und es war sehr schwer in der Kurve wieder etwas zuzumachen. Es geht schon auf der Bremse, aber wenn man dann auf der Geraden wieder 20 Meter dahinter ist, dann ist es nahezu unmöglich, zu überholen. Er hat dann auch keinen Fehler gemacht und daher verdient gewonnen", erklärte Vettel.
Doch ob verdient oder nicht, ein wenig hat es den ASM-Piloten doch gewurmt, dass er auf Platz zwei quasi zur Tatenlosigkeit verdammt war. "Ich hab mit dem Ingenieur auch während des ganzen Rennens gefunkt und gesagt, so ein Scheiß, ich will jetzt gewinnen. Er hat aber gemeint, ich soll den zweiten Platz nach Hause bringen. Und das war auch das Wichtigste, die Punkte mitzunehmen. Lieber fünf als keine. Sechs wären zwar besser, aber fünf sind besser als null." Der Gedanke war gar nicht so falsch. Denn Vettel hat jetzt noch 12 Punkte Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Paul di Resta. Sechs Rennen sind noch zu fahren, also noch alles offen. Das wäre es mit 17 Punkten Rückstand sicher auch gewesen, aber so sieht die Aufgabe für Vettel doch etwas einfacher aus.

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