Glückwunsch zum ersten Sieg. Wie fühlt es sich an?
Charlie Kimball: Es ist großartig. Es war das ganze Jahr über schwere Arbeit und nach dem Qualifying hätten wir nicht gedacht, dass das Wochenende so gut gehen würde, weil wir ein paar Probleme hatten und auf Startplatz 17 standen. Dieses Resultat hatten wir nicht erwartet. Jeder im Team hat so hart gearbeitet, deswegen war es auch hoch verdient. Es ist nur wichtig, die richtige Reifenentscheidung zur richtigen Zeit zu treffen und dann auf der Strecke zu bleiben.

Wie ist es in den ersten Runden gelaufen?
Charlie Kimball: Die ersten Runden waren sehr schwer. Es war halb nass, halb trocken. Wäre das Rennen nur fünf oder zehn Runden lang gewesen, hätte ich Regenreifen genommen. Ich war dann aber auf Slicks mit einem Regensetup, was es sehr schwer zu fahren gemacht hat. Selbst als es dann trocken war. Die ersten fünf Runden waren wirklich schwer und ab dann war Kurve drei die einzige wirkliche Herausforderung, weil da noch zum Schluss ein Bach über die Strecke floss. Der hintere Teil der Strecke war auch noch etwas feucht. Aber abgesehen davon musste ich nur auf meine Reifen und auf Sebastian hinter mir schauen.

Wie ist es dir mit Sebastian im Heck gegangen? Hast du dir Sorgen gemacht?
Charlie Kimball: Das musst du, weil er so ein guter Rennfahrer ist. Er hat dieses Jahr bewiesen, wie konkurrenzfähig er ist. Ich habe ihm letztes Jahr in Macau zugesehen, weil er ein paar Autos vor mir gestartet ist. Ich wusste, was er für ein Fahrer ist und ich wusste, dass er klug ist und Druck machen würde. Ich wusste aber auch, dass er nichts Dummes machen würde und uns dadurch beide rausschmeißt. Deswegen musste ich nur sicherstellen, dass ich gut aus der letzten Kurve und noch ein paar anderen Stellen komme. Er kam mir ein paar Mal nahe und war in der letzten Kurve einmal zu weit draußen. Aber ich wusste, er würde sich mehr Sorgen um die Meisterschaft machen als ich.

Wie wir vom Masters schon wissen, ist es in Zandvoort ohnehin schon schwer unter normalen Umständen zu überholen...
Charlie Kimball: Absolut! Es ist sehr schwer hier zu überholen. Heute war es schwierig, abgesehen von der ersten Kurve. Man musste so weit weg von der Linie sein. Du hast das Auto über das Wasser hineingeschmissen, bis zum trockenen Punkt und dann hat es hoffentlich gestoppt und du konntest die Kurve schaffen.

Du warst vergangenes Jahr in der britischen Formel 3 und jetzt bist du hier. Wenn du diese beiden Meisterschaften vergleichst, was ist dein Fazit?
Charlie Kimball: Die EuroSeries hat auf jeden Fall größere Beachtung, mit einer besseren Show, die dahinter steht. Die Rennen sind viel besser, wodurch man mehr Zuschauer anzieht. Im Rahmen der DTM zu fahren, ist sehr gut für den Sport. Die Tiefe des Feldes hier in der EuroSeries ist unglaublich. In der britischen Serie gibt es fünf vielleicht sechs Fahrer, die ein Rennen gewinnen können, in der EuroSeries gibt es zehn oder vielleicht sogar zwölf. Und in diesem Jahr werden wir vielleicht auch so viele Rennsieger sehen. In der britischen Serie ist es so: wenn du einen Fehler machst, ist das nicht so ein Problem, weil du wieder zurückkommen kannst. Wenn du hier was vermasselst, dann bist du gleich ganz hinten, weil es alle anderen immer richtig machen.

Und der wirkliche Top Level von den fünf oder sechs Spitzenfahrern. Ist der in etwa gleich?
Charlie Kimball: Ich würde sagen, er ist ziemlich gleich. Wenn man die ersten drei oder vier des vergangenen Jahres in ein gleiches Auto setzen würde, hätten sie wahrscheinlich recht ähnliche Ergebnisse. Lewis Hamilton muss man dabei ausnehmen, weil er so gut ist.