Frédéric Vervisch (Dallara F307 Mercedes) ist derzeit der Mann, den es im ATS Formel-3-Cup zu schlagen gilt. Von der Pole-Position aus fuhr der Belgier im elften Saisonlauf einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Zudem holte er sich auch den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde (1:52.620 Minuten). Damit hat er jetzt in der Tabelle acht Punkte Vorsprung, da sich seine Konkurrenten selbst eliminierten.

Noch in der ersten Runde drehte sich Sebastian Saavedra (Dallara F307 Mercedes) in den Kies und auch Matteo Chinosi (Dallara F307 Mugen-Honda) drehte sich nach einer Berührung mit Kevin Mirocha (Dallara F307 OPC-Challenge). Johnny Cecotto (Dallara F307 Mercedes), der auf einem sicheren zweiten Platz lag, bekam eine Durchfahrtsstrafe wegen Frühstarts, die dann in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Er wurde als Zehnter gewertet und blieb damit punktelos. Trotz eines riesigen Handicaps holte Vervisch seinen klaren Sieg: sein Lenkrad war nicht sauber im Schnellverschluss eingerastet, so dass der 22-Jährige ständig auf das Lenkrad drücken musste, damit es nicht aus der Arretierung rutschen konnte. "Das Problem hatte ich schon in der Einführungsrunde, fast wäre ich in die Box gefahren, habe mich dann aber Gott sei Dank anders entschieden" so der Pilot aus dem Team Jo Zeller Racing.

Laurens Vanthoor und Kevin Mirocha profitierten ganz besonders von der Strafe für Cecotto. Vanthoor konnte beim Start seine zweite Position halten, musste sich aber einige Runden später dem Venezolaner geschlagen geben. Später erbte er dessen zweiten Rang. Strahlend bestieg der Deutsche Kevin Mirocha das Podest, der schon während des Rennens von seinem Team über die bevorstehende Strafe informiert wurde. "Ab dann habe ich nur noch das Material geschont" so der 17-Jährige aus Hamm.

Ein tolles Rennen fuhr auch der Italiener Federico Leo. Von der 16. Position aus ins Rennen gegangen, erreichte er schnell die Punkteränge. Die Ziellinie überquerte er als starker Sechster. Direkt hinter ihm kam sein Teamkollege Matteo Chinosi ins Ziel der damit immerhin noch zwei Punkte sammeln konnte und noch Zweiter der Meisterschaft ist. Er war nach seinem Dreher auf die elfte Position zurückgefallen. Der Italiener kann im zweiten Rennen an Boden verlieren, da Vervisch von der Pole-Position ins Rennen geht, er aber nur von Rang zehn.

Frédéric Vervisch:
Ich hatte einen guten Start, aber auch das Problem mit dem Lenkrad. Deswegen war auch der Start schwierig: als ich anfuhr, drückte mich die Beschleunigung in den Sitz und ich habe das Lenkrad leicht abgezogen. Für den Rest des Rennens musste ich mich immer wieder selbst daran erinnern, das Lenkrad festzudrücken.

Laurens Vanthoor:
Das war ein schwieriges Rennen. Der Start war noch okay und ich habe überlegt Vervisch außen zu überholen. Das Risiko war mir dann aber zu hoch und ich habe mich eingereiht. Dann hatte ich einen harten Kampf mit Cecotto, der für mich schwierig war, weil mein Auto wohl kein optimales Set-up hatte.

Kevin Mirocha:
Ich habe schon am Start gesehen, dass sich Cecotto etwas früh bewegt hat. In der ersten Kurve hatte ich einen Zweikampf mit Chinosi. Ich war innen, er hat die Tür zugeschlagen und ist nach der unvermeidlichen Berührung leider abgeflogen. Die Strecke war sehr dreckig und die Reifen haben schnell abgebaut. So konnte ich mich nicht so lange im Windschatten von Vanthoor aufhalten und bin auf meiner Position geblieben.