Drei Fahrer auf dem Podium - drei verschiedene Gründe für sie sich zu freuen: Der Italiener Matteo Chinosi zitterte noch vor Anspannung und Freude über seinen zweiten Saisonsieg. Er war vom Start weg dem Rest des Feldes davongefahren und gewann souverän mit acht Sekunden Vorsprung. Dem Belgier Laurens Vanthoor war in der bisherigen Saison durch Kollision mehrmals die Chance auf das Podium geraubt worden. Jetzt hat er es endlich wieder geschafft und strahlte erleichtert über Platz zwei.

Auch der gestrige Sieger Frédéric Vervisch freute sich über seinen Podiumsplatz. ″Ich weiß, dass viele von mir erwartet haben, dass ich immer gewinne″, so der Belgier. ″Aber wir hatten einen schweren Saisonbeginn und jetzt geht es endlich aufwärts.″

Der Swiss-Racing-Pilot hat den Podiumsplatz auch seinem grandiosen Start zu verdanken. Er war vom siebten Startplatz in der ersten auf die zweite Position vorgefahren. Ungewollt hatte ihn Vanthoor dabei unterstützt. ″In der Einführungsrunde hatte ich gefühlt, dass in der ersten Kurve etwas Öl liegt″, so der Belgier. ″Doch ich habe wohl etwas zu früh gebremst.″ Damit hielt er den Rest des Feldes auf und gab Vervisch die Möglichkeit außen an allen vorbeizuziehen. Doch Vanthoor gab nicht auf und fuhr seinem Landsmann fast ins Getriebe. Der spielte sein ganze Erfahrung aus, um Vanthoor hinter sich zu halten. In der siebten Runde schaffte es der Rookie seinen Vordermann auszubremsen und übernahm Rang zwei.

Kevin Mirocha sorgte in der vierten Runde für eine Schrecksekunde. In der NGK-Schikane kam er im Zweikampf mit Johnny Cecotto auf den Curb und rutschte bis eingangs der Start/Ziel-Gerade. Zum Glück konnten die folgenden Fahrer Max Nilsson und Hamad Al Fardan über die Wiese ausweichen. Doch das Mittelfeld wurde kräftig durcheinander gewirbelt. Zumal in den folgenden Runden immer wieder Piloten auf der verdreckten Strecke ausrutschten. Mirocha fiel auf den 13 Platz zurück und kam als Zwölfter ins Ziel.

In der Tabelle konnte Matteo Chinosi seinen Vorsprung auf zehn Zähler ausbauen und führt jetzt mit 44 Punkten vor Frédéric Vervisch. Sebastian Saavedra liegt mir 29 Zählern auf der dritten Position vor Gerhard Tweraser und Johnny Cecotto.

Matteo Chinosi:
Das war mein bestes Saisonrennen und mein Renntempo war im Gegensatz zu gestern unglaublich. Auch in der Meisterschaft läuft momentan alles perfekt für mich. Ich denke, ich kann so weitermachen.

Laurens Vanthoor:
Das war ein sehr schönes Rennen. Ich hatte einen guten Start und war neben Chinosi, aber ich habe zu früh gebremst und so auch die Position gegen Vervisch verloren. Ich habe ihn versucht zu überholen, doch er hat geblockt. Als Saavedra von hinten kam, dachte ich mir: alles oder nichts - und ich habe es geschafft.

Frédéric Vervisch:
Ich hatte einen sehr guten Start. In der ersten Kurve habe ich sehr spät gebremst und kam an allen vorbei. Später konnte mich Vanthoor doch noch überholen, da ich mich verbremst hatte. Ich freue mich sehr über den Podiumsplatz.