Gerhard Berger: Der Spassvogel aus Tirol
Gerhard Berger wurde am 27. August 1959 in Wörgl (Tirol) geboren. Heute lebt er mit seiner zweiten Frau Helene und den gemeinsamen beiden Kindern in Monaco. Von 1995 bis 2013 war Berger mit der Portugiesin Ana Corvo verheiratet, mit der er zwei Töchter hat. Aus seiner Beziehung mit Rosi Troppmair entstammt seine älteste Tochter.
Das Leben war für den in Wörgl als Sohn eines Logistikunternehmers geborenen Berger seit früher Kindheit von Motoren dominiert. Über diverse Serien kam er mit Hilfe seines Förderers Helmut Marko in die Formel 3, 1984 gab er als 24-Jähriger auf dem Österreichring sein Formel-1-Debüt für ATS-BMW. In der Königsklasse folgten Stationen bei Arrows, Benetton, Ferrari, McLaren – als Teamkollege von Ayrton Senna –, Ferrari und wieder Benetton. 1989 überstand er einen Feuerunfall in Imola relativ glimpflich.
Auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola fand der Große Preis von San Marino statt. Sportlich schrieben die dominierenden McLaren-Hondas von Ayrton Senna und Alain Prost die x-te Episode ihres Privatduells an der Spitze. Doch an diesem Sonntag sorgte Gerhard Berger dafür, dass die Formel-1-Welt den Atem anhielt. Die vierte Runde brach an und die Augen richteten sich auf den Fünfplatzierten.
Der damalige Ferrari-Pilot konnte in der Tamburello-Kurve nicht mehr einlenken und flog ab, bei 280 km/h. Der Wagen des Österreichers krachte mit voller Wucht in die Streckenbegrenzung und schlitterte an der Wand entlang. Als der Ferrari zum Stillstand kam, stieg ein Feuerball auf. Die Streckenposten Gabriele Vivoli, Paolo Verdi und Bruno Miniati rannten in Windeseile zur 87 Meter entfernten Unfallstelle.
Berger beendete seine F1-Karriere nach dem WM-Finale 1997. Zehn Grand-Prix-Siege feierte der "ewige Spitzbub" von 1986 bis 1997, 48 Podestplätze waren es insgesamt. 1988 und 1994 belegte er als Ferrari-Pilot den dritten WM-Rang. Nach seinem Rücktritt blieb der Österreicher der Formel 1 als BMW-Motorsportchef (1998 bis 2003) verbunden. Von 2006 bis 2008 besaß er eine Beteiligung am Toro-Rosso-Rennstall. Von 2017 bis zu ihrer Auflösung Ende 2022 war Berger Vorsitzender der ITR, der ehemaligen Dachorganisation der DTM – und damit De-facto-Chef der Rennserie. Zudem führte er seit dem Tod seines Vaters bei einem Flugzeugabsturz 1997 das Familiengeschäft weiter.