Es gibt sie noch, diese kleinen Bonbons, die man sich selber schenken kann. Entweder ein heißes Bad, ein Fläschchen Sekt, ein neues Auto oder gleich ein eigenes Flugzeug, je nach finanzieller Lage eben. Es ist einfach schön, sich zwischen dem Stress des Alltags auch einmal eine Auszeit zu gönnen - egal ob die körperlich oder seelisch ausfällt.
Da es für die deutschen Dakar-Piloten momentan besonders stressig zugeht, ist es kein Wunder, dass auch sie nebenbei für ihr eigenes Wohl sorgen. Aussehen tut das aber bei allen anders, schließlich sind sie keine Herdentiere, auch wenn sie sich im Rudel Richtung Dakar bewegen. Dirk von Zitzewitz' Version des kleinen entspannenden Zuckerls für die Seele ist dabei momentan der Blick auf das tägliche Etappenergebnis, wo er sich und seinen Piloten Giniel de Villiers konstant unter den Top Fünf finden kann. Und was kann es für einen Rennfahrer schöneres geben, als Abends wieder einmal auf ein gutes Ergebnis der getanen Tagesarbeit blicken zu können.
Das führt auch gleich weiter zum nächsten Sahnehäubchen, das sich von Zitzewitz mit Andreas Schulz teilt. Denn von Zitzewitz findet sich im Gesamtklassement auf dem zweiten Platz wieder und der Rückstand auf Carlos Sainz und Michel Perin an der Spitze beträgt gerade einmal drei Minuten und elf Sekunden. Auch Schulz wird gerne auf das Gesamtergebnis blicken und sein persönliches Quan - also seine Energie - daraus beziehen. Denn dort kann er sich immerhin auf Rang drei bewundern, was durchaus als persönliches Sahnebonbon durchgehen kann. Das hilft auch an Tagen, wenn auf der Etappe nur der siebte Rang mit zehn Minuten Rückstand herausschaut.
Doch es gibt noch eine ganz andere Methode, um bei der Dakar für sich selbst etwas zu tun. Jutta Kleinschmidt gönnte sich auf der sechsten Etappe beispielsweise einfach eine Pause. Na gut, eigentlich bot ihr das Auto diese Pause, weil es nach 372 Wertungskilometern streikte. Dennoch hatte sie dort eine Pause. Das führte zwar dazu, dass sie mit 1:53 Stunden Rückstand ins Ziel kam, aber was solls, auch die neue Langsamkeit ist etwas, dass man sich selbst gönnen kann - oder was einem zumindest das Auto vergeblich gönnen will. Denn nach diesem Erlebnis will sich Jutta Kleinschmidt wahrscheinlich sonst nichts mehr gönnen - beziehungsweise gönnen lassen.

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