Ich bin starr vor Entsetzen - das ist der sprichwörtliche Worst Case. Ein Getriebeschaden stoppte uns am Sonntagabend auf der Verbindungsetappe nach Malaga, etwa 30 Kilometer vor der Fährüberfahrt nach Marokko. Die letzten 30 Kilometer einer insgesamt 425 Kilometer langen Verbindungsetappe. Unter normalen Umständen hätte unser Service das Getriebe tauschen können. Aber in der gestrigen Situation hatten sie dazu keine Chance.

Der Actros war auf einer anderen Route unterwegs. Alle Servicefahrzeuge, die nicht im Wettbewerb starten, mussten in der Nähe von Gibraltar auf die Fähre; und alle Wettbewerbsteilnehmer in Malaga. Das Team setzte zwar noch alles daran, das frühe Aus zu verhindern, aber als uns der Actros um 21:00 Uhr schließlich erreichte, war es schon zu spät zum Getriebewechsel, da bereits eine Stunde später die letzte Fähre für Rallyeteilnehmer ablegte. Sonst ist es ja bei der Dakar üblich, dass man für Zeitüberschreitungen Strafstunden erhält - damit hätten wir ja leben können. Aber diesmal waren die Regeln unerbittlich: Wer um 22:00 Uhr nicht auf der Fähre ist, ist draußen. Punkt, aus, basta. Und auch unsere Jungs vom Renn-Unimog hatten nichts ausrichten können. Die Fahrzeuge des Truck-Wettbewerbs waren bereits auf der Fähre nach Afrika unterwegs.

Klar, es sind selbst in der Formel 1 schon Autos am Start stehen geblieben, aber dort hat man 17 Chancen im Jahr; und wir hatten nur diese eine. Unser gesamtes Team hat sehr hart gearbeitet und unsere Sponsoren und Partner haben uns in allen Bereichen unterstützt. Wir sind unheimlich enttäuscht. Es ist so bitter, dass man nach zwei Tagen einfach aus der Rallye ist, ohne etwas daran ändern zu können. Wegen eines blöden Getriebeschadens!

Nun liegt der Fokus des Teams darauf, dass unser Unimog am 21. Januar über die Zielrampe in Dakar fährt. Trotz der Enttäuschung über unser Aus drücken wir natürlich der zweiten Hälfte unseres Teams fest die Daumen. Jungs, fahrt vorsichtig. Wir wollen euch in Dakar feiern!