Dicke Tore und Sicherheitstüren. Diese Hindernisse muss man überwinden, um in die heiligen Hallen der großen Teams der Paris Dakar zu gelangen. Doch Volkswagen Motorsport in Hannover erlaubt uns einen Blick in sein innerste Heiligtum.
Zuerst betreten wir einmal den Empfangsbereich. Hier ist jeder willkommen, vor allem wenn er die Pokale der letzten Rallye-Erfolge bestaunen will. Allerdings fällt schnell noch eine freie Stelle auf. "Die ist für den ganz großen Pokal", erzählt man uns hoffnungsvoll. Mittlerweile befindet sich das gesamte Dakar-Projekt unter dem Hannoveraner Dach von Volkswagen Motorsport. Jahrelang waren einige Bereiche noch im Konzern in Wolfsburg zu finden. Damit arbeiten hier rund 100 Beschäftigte, von denen 75 fest angestellt ist. Die restlichen 25 bestehen aus geliehenen Mitarbeitern aus dem Konzern und freien Mitarbeitern.
Jetzt geht es vorbei an dem großen Lager, durch die schwere Brandschutztür, rein in die Hallen. Die Wände sind weiß und es ist kein Gramm Dreck zu sehen. Im Hauptgebäude befinden sich drei Hallen und eine Freihalle. An die Hallen grenzen die verschiedenen Werkstätten für beispielsweise den Motor, das Getriebe, die Elektrik oder die Teilefertigung. Die verschiedenen Ingenieure sitzen nicht abgeschottet von den Werkstätten in einem Bürotrakt, sondern direkt am Geschehen. Damit sollen die Entscheidungswege so kurz wie möglich gehalten werden.

Nicht alle Race-Touaregs, die wir in den Hallen zu Gesicht bekommen, waren auf dem gleichen Stand. Ist einer noch fast in Rohkarosse, der Stahlrohrrahmen sämtlichen Blicken ungeschützt ausgeliefert, stehen andere mehr oder weniger fix und fertig auf ihren vier Rädern. Auch den Touareg des Kundenteams "Team Lagos" dürfen wir hier bewundern.
Dabei fällt uns ein Teil der hinteren Rohkarosse eines Touaregs auf. Es war für Tests im Windkanal gebraucht worden. Da man für dieses Teil keine Verwendung mehr hatte, ließ man sich etwas sehr praktisches einfallen. Es wird jetzt für das Radwechseltraining genutzt. Rad im "Kofferraum" abschnallen, rausnehmen und gegen das alte ersetzen. Eine Übung die alle Teilnehmer im Schlaf und schnell können müssen.
Die Freihalle, die außer einer Überdachung keine besonderen Annehmlichkeiten bietet, hat genügend Platz für die Service- und Renn-Lkws. Diese Ungetüme auch noch in den Werkshallen unterzustellen würde das Platzangebot vollends sprengen. In der Freihalle haben die Mitarbeiter genügend Platz, an den insgesamt zehn MAN-Trucks zu arbeiten und sie zu beladen.

Auch die Service-Fahrzeuge wurden aus den Haupthallen in eine Extrahalle ausquartiert. Als wir eintreten, wird uns blau vor Augen. Schließlich stehen dort die zehn blauen Service-Touaregs und drei blaue Volkswagen Transporter T5. Im Gegensatz zu den Rennfahrzeugen, lag man hier in den letzten Zügen. Allerdings müssen die Service-Pkws auch nur umgebaut und nicht völlig neu aufgebaut werden. Bei den T5 gibt es auch noch Tatkräftige Unterstützung aus den eigenen Reihen. MAN hilft auch hier beim Umbau.
Damit war unsere Runde durch die heiligen Hallen in Hannover auch schon beendet. Die Türen wurden wieder geschlossen. Bis zum 27. Dezember, als sich das Team auf den Weg nach Lisabon machte. Ob erfolgreich gearbeitet wurde, werden wir erst am 21. Januar in Dakar erfahren.

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