Falls Sie Zweifel haben, warum die Rallye-Dakar gerne als das "letzte Abenteuer" bezeichnet wird, werfen Sie einen Blick in die aktuellen Sicherheitshinweise des auswärtigen Amtes über Mauretanien. Dort steht: "Reisende mit eigenem Fahrzeug werden auf erhöhte Unfallgefahren hingewiesen, die von waghalsigen Überholmanövern, unbeleuchteten Fahrzeugen, Sandverwehungen sowie Straßen und Pisten überquerenden Kamelen, Eseln und Ziegen ausgehen. Auf Nachtfahrten sollte unbedingt verzichtet werden." Das ist kein Witz, das steht da wirklich genau so drin. In Mauretanien muss man eben auf alles gefasst sein. Und wer in den Sandwüsten abgehängt wird, kann den Rückstand später kaum noch aufholen. So lag fast immer in den 19 Jahren, in denen die Rallye durch den Sahara-Staat führte, hier der Schlüssel zum Sieg.
Neben den Gefahren auf der Piste wird in Mauretanien auch die trockene Hitze zu einer immer stärkeren Belastung für Mensch und Maschine, insbesondere je weiter es in den Süden geht. Denn das Klima ist durch die Sahara geprägt. Der Senegal, Grenzfluss zum gleichnamigen Staat, ist der einzige Fluss Mauretaniens, der permanent Wasser führt. Selbst im Januar liegen die Durchschnittstemperaturen bei 20-24 Grad. Abkühlung bringt einzig der Kanarenstrom, der an der Atlantikküste häufig für Nebelbildung sorgt.

Die nach Süden zunehmende Hitze ist auch dafür verantwortlich, dass die isalmische Republik ethnisch geteilt ist. Während der kühlere Norden von arabisch-berberischen Stämmen dominiert ist, sind im Süden mehr und mehr schwarzafrikanische Völkerstämme zu finden. Auch wenn vor Unfällen mit den immer noch zahlreichen Kamelen gewarnt wird - die Aussicht der Piloten während ihres Trips durch den Wüstenstaat auf Nomaden zu treffen, schwindet mit jedem Jahr. Auch hier stirbt das Volk der Sahara langsam aus. Die überwiegende Mehrheit der Mauretanier lebt mittlerweile in der Stadt.
Mindestens genauso gefährlich wie Autofahren in Mauretanien ist es übrigens, als Staatschef das Land zu verlassen. Im August 2005 nutzte das Militär eine Auslandsreise des langjährigen Präsidenten Taya, um ihn aus Amt und Würden zu putschen. Man könnte Mitleid mit ihm haben, wenn Kaya nicht zwei Jahrzehnte vorher auf die exakt gleiche Weise das Kommando im Land übernommen hätte. Falls Sie sich also nur auf der Durchreise nach Dakar befinden, lassen Sie sich von den Einheimischen bloß nicht die Staatsmacht andrehen! Es könnte sein, dass Sie nie wieder einreisen dürfen.
Mauretanien - Fakten, Fakten, Fakten
| Mauretanien | |
| Fläche: | 1.030.700 km² |
| Einwohner: | 2,8 Mio. |
| Hauptstadt: | Nouakchott |
| Amtssprache: | Arabisch |
| Währung: | 1 Ouguiya (UM) = 5 Khoums |
| Höchster Berg: | Kediet Ijill (910 m) |
| Staatsform: | Militärregierung |
| Staatsoberhaupt: | Oberst Ely Ould Mohammed Vall |
| Regierungschef: | Sidi Mohamed Ould Boubacar |
| Etappen bei der Dakar 2007: | |
| 6. Etappe am 11.01.2007: | Tan Tan – Zouérat (817 km) |
| 7. Etappe am 12.01.2007: | Zouérat – Atar (580 km) |
| 8. Etappe am 14.01.2007: | Atar – Tichit (626 km) |
| 9. Etappe am 15.01.2007: | Tichit – Néma (497 km) |
| 10. Etappe am16.01.2007: | Néma – Néma (400 km) |
| 11. Etappe am 17.01.2007: | Néma - Ayoun (280 km) |

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