Die Dakar ist die härteste Rallye der Welt. In 16 Tagen legen die Fahrer eine Distanz von fast 9000 km zurück. Deswegen ist es nicht nur wichtig, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen, sondern auch auf die Tücken der jeweiligen Etappe zu achten.

Denn nicht nur der Sand hat es in sich, zuvor haben die Teams mit dem Kamelgras zu kämpfen. "Gras" hört sich erst mal nicht wirklich gefährlich an, doch diese Sorte kann schnell das Ende der Rallye bedeuten oder zumindest einen erheblichen Zeitverlust. Die Sandhügel auf denen das Kamelgras wächst werden durch die Wurzeln extrem hart. Wenn der Fahrer hier nicht aufpasst und zu zügig fährt, kann das schnell zu einem Schaden an der Radaufhängung führen.

Auf die Teilnehmer wartet nicht nur Sand, auch das nasse Element lauert im kühlen Nass., Foto: VW Motorsport
Auf die Teilnehmer wartet nicht nur Sand, auch das nasse Element lauert im kühlen Nass., Foto: VW Motorsport

Doch auch die weichen Wüstenabschnitte haben ihre Tücken. So passiert es fast jedem Team, dass sich ihr Rennfahrzeug eingräbt und das heißt für die beiden Piloten: "Ran an die Schaufeln und ausgraben" oft unter zu Hilfenahme der Sandplates, die den Reifen den nötigen Halt auf dem weichen Untergrund geben. Das bedeutet einen Zeitverlust, der am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Zudem kommt es zu einem Kraftverlust bei Fahrer und Beifahrer. Doch es gibt nicht nur offensichtliche Fallen: Besonders fies sind die Steine, die sich im Wüstensand verstecken und deshalb von den Fahrern oft erst dann zu sehen sind, wenn es schon zu spät ist. Die Folgen können schwere Beschädigungen an den Fahrzeugen sein, die nicht immer vor Ort repariert werden können. Dann müssen die Race-Trucks ran und die Fahrzeuge ins Biwak schleppen.

Anstrengend für Fahrer und Beifahrer sind auch die Reifenschäden, die sehr häufig auf steinigem Untergrund vorkommen. Die Teams versuchen über den Reifendruck das Risiko zu verringern. Doch speziell Etappen, bei denen die Fahrzeuge steinigen Untergrund und Wüste vorfinden, ist es schwer, ständig den richtigen Luftdruck zu haben. Um die mehreren Kilo schweren Reifen so schnell wie möglich zu wechseln, trainieren Fahrer und Beifahrer im Vorfeld.

Erstaunlicherweise, kann in Afrika auch Wasser schnell zum Problem werden. Davon kann vor allem Jutta Kleinschmidt ein Liedchen singen. Während der Dakar 2004 ging die Frontschnauze ihres Race-Touareg komplett unter und wenige Meter nach dem Wasserloch war Schluss. Auch andere Motorrad- und Autofahrer hatten damals dort ihre Probleme. Darunter auch der jetzige Volkswagen Motorsport-Pilot Ari Vatanen.

Verloren in der Wüste?, Foto: Gauloises Racing
Verloren in der Wüste?, Foto: Gauloises Racing

Letztes Jahr scheiterten gleich mehrere Siegfahrer an einer anderen Waffe von Mutter Natur: den Bäumen. Jutta Kleinschmidt und Stephan Peterhansel konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen und beschädigten ihr Fahrzeug. Während Kleinschmidt aufgeben musste, konnte Peterhansel seinen Mitsubishi wieder reparieren. Das dauerte allerdings ein paar Stunden und kostete den Franzosen die Führung in der Gesamtwertung. Auch der letztendliche Sieger Luc Alphand hatte so seine Probleme mit der heimischen Flora. Allerdings hielt sich seine Reparaturzeit in Grenzen und er konnte die übernommene Führung verteidigen.

Um einen kleinen "Unfall" kommen die wenigsten Teams herum. Besonders Reifenschäden kommen sehr häufig vor, vom Ausgraben ganz zu schweigen. Doch wenn etwas passiert, sind Fahrer und Beifahrer nicht hilflos. Sie haben Ersatzreifen und –teile dabei. Vor der Dakar üben die Teilnehmer Teile und Reifen zu wechseln. "Unsere Bestzeit ist 1:27 Minuten, darin sind Stopp-Wechsel-Abfahrt enthalten", erzählt Giniel de Villier von Volkswagen Motorsport: "Wir müssen auch gute Mechaniker sein. Bisher mussten wir zum Glück noch keine Teile austauschen, aber wir müssen dazu in der Lage sein. Deshalb gehen wir mit unserem Ingenieur das Auto durch und wie man alle Teile austauscht."