Hinter den Rennfahrzeugen eine ganze Flotte von Service-Fahrzeugen, bestehend aus Pkws und Lkws. Sie transportieren nicht nur alle Mitarbeiter, Mechaniker und Ersatzteile von einem Biwak zum anderen. Ohne die Racetrucks, die bei den großen Automobilteams eher schnelle Servicefahrzeuge sind, wären die Rennfahrzeuge bei größeren Problemen aufgeschmissen.

Damit keiner die bis zu 800km langen Strecken von einem Lager ins andere laufen muss, kreuzen die großen Teams mit einigen Service-Pkws auf. Neben den Insassen haben sie nur noch etwas Gepäck geladen. Auch diese Pkws müssen laut Dakar-Reglement einige Veränderungen über sich ergehen lassen. Sie erhalten Sicherheitskäfig, spezielle Sitze, Gurte, Navigation und einen größeren Tank (180 Liter). Dieser ist nötig, um sicherzustellen, dass die Fahrzeuge die langen Etappen auch wirklich überstehen. Wie die Rennfahrzeuge müssen hier die Fahrer auch mit Roadbook navigieren. Allerdings dürfen und können sie das GPS die komplette Route lang nutzen.

Volkswagen Motorsport stellt mit Abstand die meisten Fahrzeuge. Für die 78 Mitarbeiter begleiten neben den zehn Service-Touaregs, auch noch drei Volkswagen T5 den Tross. Auch Mitsubishi stellt für sein Team sieben Servicefahrzeuge. Das Werksteam nutzt einen New Delica D5 und sechs Pajeros für jeweils vier Insassen. Auch das BMW X-raid Team nutzt drei Pajeros für vier Insassen. Bei der Rallye Dakar ist jedes Teammitglied durch das Reglement fest an das Service-Fahrzeug gebunden für das er genannt ist – ein Wechsel auf ein anderes Auto ist streng verboten.

Sobald die Rennfahrzeuge aus dem Biwak fahren, dürfen sie keine fremde Hilfe mehr annehmen. Einzige Ausnahme: andere Rallyeteilnehmer. Deshalb sind die Renntrucks der Automobil-Teams offiziell eingeschrieben und fahren somit gleiche Route wie die Rennfahrzeuge. Doch bei ihnen geht es nicht um Zeiten und Platzierungen, sondern darum schnell zu helfen. Sie bilden so gesehen den ADAC der Wüste. Bei den Marathonetappen sind sie sogar über Nacht die einzigen Helfer. Die Racetrucks haben Werkzeug und Ersatzteile geladen, um vor Ort die Fahrzeuge reparieren zu können. Sollte dies nicht möglich sein, wird abgeschleppt. Alerdings dürfen sich auch die Race-Trucks nicht unendlich Zeit nehmen. Sollten sie zu lange unterwegs sein, werden sie aus der Wertung genommen.

Bei Volkswagen Motorsport sind drei Mann an Bord der drei MAN Renntrucks. Während sich Fahrer und Co-Pilot auf die Strecke konzentrieren, ist der dritte Mann reiner Mechaniker. Trotzdem können alle drei die Fahrzeuge und ihren Truck reparieren. Die reinen Renntrucks haben noch mehr PS (700-1200 PS) und sind oft Prototypen. Aber auch die eher seriennahen Service-Renn-Trucks haben immerhin 480 PS und einige Umbauten hinter sich. Sie sind jetzt mit Überrollkäfig, Rallyefahrwerk, Schalensitzen und Reifendruckregelanlage ausgerüstet. Das BMW X-raid Team setzt drei T4 Race-Trucks mit jeweils drei Insassen ein. Das Werksteam von Mitsubishi schickt einen 4x4 und einen 6x6 Mercedes Truck in die Wüste. Sie sind leichter als die "normalen" Service-Trucks.

Diese Service-Trucks transportieren die gesamte Ausrüstung inklusive Reifen, Essen, Gepäck und Zelte. Um das alles unterzubringen, brauchen die Teams einiges an Fahrzeugen. So rücken Volkswagen Motorsport und BMW mit jeweils sieben Service-Trucks an und auch Mitsubishi benötigt deren sechs. Um das große Gewicht tragen zu können treten alle Teams mit 6x6 Lkws an.