Für die 505 Teilnehmer und insgesamt knapp 2000 Begleiter, die in Lissabon an den Start gehen, ist das Biwak für den größten Teil der Rallye ihre Heimat. Nur an den Marathontagen müssen die Rallyefahrer auf die Annehmlichkeiten des Biwaks verzichten.
Das Biwak ist wie eine kleine Stadt, die sich jeden Abend an einem neuen Ort selbst errichtet. Meistens an Flughäfen, da dort die Flugzeuge und Hubschrauber der Organisation und Presse landen können. Hier findet sich alles, was die Teilnehmer brauchen. Verpflegungszelte der Veranstalter, in denen es Frühstück und Abendsessen gibt, Ärztezelte und die mobilen Werkstätten der einzelnen Teams. Zudem findet sich hier die gesamte Organisation mit unter anderem der Rennleitung und dem Parc-fermé.
So baut Volkswagen Motorsport jeden Tag zwölf Zelte auf. Die sind Arbeitsräume für Ingenieure, Arzt, Beifahrer und mobile Werkstätten für die Rennfahrzeuge. Dazu kommen noch die kleinen Ein-Mann-Zelte der 78 Teammitglieder. Damit umfasst das VW-Camp 4.200 Quadratmeter. So braucht auch das BMW X-raid Team über eine Stunde, um ihren Teil des Biwaks aufzubauen. Die Teams versuchen ihre Servicetrucks so früh wie möglich von einem Biwak ins nächste zu schicken. Sie sollen schon mal alles für die Ankunft der Rennfahrzeuge vorbereiten.

Mit das Wichtigste für alle ist das Essen. Bei der Dakar 2006 waren alleine für das Catering elf Fahrzeuge bestehend aus neun Pkws und zwei Trucks unterwegs. Insgesamt arbeiteten dort 72 Leute am Frühstück und Abendessen für die Teilnehmer. 50 von ihnen im Service und 22 standen in der Küche. Wie viel die Teilnehmer verschlingen zeigen folgende Zahlen: es wurden 12.000 50cl Flaschen am Tag getrunken und 1500kg Essen am Tag verbraucht. 70% davon kamen aus Afrika.
Im Biwak gibt es auch einen ärztlichen Dienst für alle Teilnehmer. Er untersteht der Leitung von Florence Pommerie und umfasst 50 Mitarbeiter und steht 24 Stunden zu Diensten. An die Ärzte kann sich jeder wenden, da auch kleine Wunden in der Wüste schnell unangenehm werden können. Auch während des Rennens sind die Ärzte unterwegs. Auf der Strecke stehen zehn 4x4 Geländewagen zur Verfügung. Jeweils ein Arzt sitzt in den vier Lumpensammlern, die dem Feld hinterherfahren und die gestrandeten Motorradfahrer aufsammeln. Zudem beobachten drei Helikopter mit jeweils zwei Ärzten das Rennen. Das Ärzteteam organisiert, wenn nötig, auch den Rücktransport.
Im Gegensatz zu vielen anderen Teams bringt Volkswagen Motorsport seinen eigenen Arzt mit, der sich um die kleineren Wehwehchen der Teammitglieder kümmert. Dazu kommen wie bei den anderen Teams auch noch Physiotherapeuten, die sich um das Wohlbefinden der Fahrer sorgen.

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