Dakar

Rallye Dakar 2018: Die Pechvögel der ersten Woche

Prominente Ausfälle in der ersten Woche der Rallye Dakar 2018. Diese Mitfavoriten mussten ihre Hoffnungen bereits im südamerikanischen Sand begraben:
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die Rallye Dakar ist auch 2018 knallhart. Die weitläufigen Dünenfelder Perus forderten in der ersten Woche des Rallyklassikers ihren Tribut und sorgten für viele prominente Ausfälle. Motorsport-Magazin.com mit einer Übersicht über Pechvögel und im Sand versunkene Titelträume:

Sebastien Loeb

Er kam vor drei Jahren nach Südamerika, um nach all seinen Titeln in der Rallye-WM auch bei der wichtigsten Marathonrally der Welt zu gewinnen. Insgesamt zehn Etappensiege später war dieser Traum vorerst ausgeträumt. Loeb entschied am Dienstag zwar das vierte Teilstück für sich, doch einen Tag später war Endstation. Der Franzose war im Dünensand in ein Loch gesprungen und dabei steckengeblieben.

Was aber schwerer wog, war die Verletzung, die sich Co-Pilot Daniel Elena bei diesem Crash zuzog. Diese setzte ihn nämlich mitten in der Etappe außer Gefecht, womit auch Loebs Kampf um den Dakar-Gesamtsieg beendet war. Ob sich Loeb je wieder nach Südamerika aufmacht, ist unklar. Denn sein Arbeitgeber Peugeot zieht sich von der Rallye Dakar zurück und Loeb wurde dem PSA-Konzern in seiner gesamten Karriere noch nie untreu.

Mini

Die Mini-Mannschaft von X-raid war mit einer wahren Armada und zwei verschiedenen Auto-Konzepten nach Südamerika gekommen, um auf Augenhöhe mit Peugeot und Toyota um den Dakar-Sieg zu kämpfen. Doch in den ersten Tagen ging alles schief: Auf der zweiten Etappe sorgte Rookie Bryce Menzies für einen spektakulären Abflug und musste aufgeben. Wenig später kollidierten die Teamkollegen Boris Garafulic und Yazeed Al-Rajhi im Dünen-Labyrinth und verloren viel Zeit.

Heftiger Unfall bei der Rallye Dakar: Bryce Menzies crasht Mini: (00:47 Min.)

Auf der 3. Etappe blieb der Buggy von Mikko Hirvonen rund zwei Stunden lang im Sand hängen. Gegen Ende der Sonderprüfung überschlug sich Nani Roma bei rund 170 km/h und musste anschließend mit Kopf- und Nackenverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am Dienstag überschlug sich auch noch Orlando Terranova. In der Gesamtwertung hat Mini am Ruhetag nur noch ein einziges Fahrzeug innerhalb der Top-10: jenes von Jakub Przygonski, der mit über zwei Stunden Rückstand aber auch keine realistische Chance mehr auf den Gesamtsieg hat.

Cyril Despres

Die Geschichte von Cyril Despres' Dakar-Dienstag spiegelt den wahren Geist der Rallye Dakar wieder. Am Vortag noch Etappensieger und damit voll im Kampf um den Gesamtsieg, zerstörte der Franzose auf der 4. Etappe die rechte Hinterachse seines Peugeot vollkommen. Der Schaden war derart groß, dass für Despres und seinen Co nichts zu machen war, außer auf den Service-Truck zu warten.

Der kam nach vier Stunden auch endlich an, nur um für vier weitere Stunden die zerfetzte Hinterachse zu tauschen. Despres schaffte es ins Biwak, wo seine Crew für drei weitere Stunden mit der endgültigen Reparatur aller Schäden beschäftigt war. Bis 4.00 Uhr morgens wurde letztlich geschraubt, weshalb sich Despres herzlich bei seinem Team für diesen Einsatz bedankte. Dass ihm die Aktion (samt Strafen) 16 Stunden Rückstand einbrachte und damit die Chance auf den Gesamtsieg zerstörte, war nebensächlich. Denn oft geht es bei der Rallye Dakar auch nur um das schlichte Erreichen des Zielorts.

Sam Sunderland

Ausfälle schmerzen immer, doch wenn man in Führung liegend aufgeben muss, tut es doppelt weh. Sam Sunderland gewann in den ersten Tagen dieser Dakar zwei der ersten drei Etappen. Er lag in der Gesamtwertung in Führung, als er auf kurz vor dem Ziel am Dienstag unter starken Schmerzen von seiner KTM absteigen musste. Ein Helikopterflug in ein peruanisches Krankenhaus beendete seine Hoffnungen auf die Titelverteidigung.

Rallye Dakar 2018: KTM-Ass Sunderland gibt verletzt auf: (01:10 Min.)

Wenige Kilometer zuvor war Sunderland in ein Loch gesprungen und hatte sich dabei den Rücken verletzt. Immerhin gab es Stunden später Entwarnung: Bei der Verletzung handelte es sich nur um eine verschobene Bandscheibe, die auf schmerzhaft auf einen Nerv drückte. Sunderlands Dakar-Bilanz besserte das aber nicht: Seinem Gesamtsieg im Vorjahr stehen bei insgesamt fünf Teilnahmen nun vier Ausfälle gegenüber.


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