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Dakar Rallye / Kolumne

Ellen Lohr: Reisetagebuch Rallye Dakar 2016: 12. Januar Belen - Belen

Ellen Lohr begleitet die Rallye Dakar. Ihre Eindrücke und Erlebnisse schildert sie in ihrer täglichen Kolumne hier auf Motorsport-Magazin.com.
von Ellen Lohr

Motorsport-Magazin.com - Wir teilen uns als Team heute zum ersten Mal auf. Volkmar, unser Kameramann und ich bleiben im Biwak, um Videobeiträge fertig zu stellen und an verschiedenen Stories zu arbeiten.

Birgitt versucht in Belen City, unser Video vom Vortag hochzuladen. Wir waren gestern bis in die Nacht damit beschäftigt, unsere Daten zu übertragen, teilweise mit einer Upload-Geschwindigkeit von 2 kb/s. Deshalb ist einiges einfach 'hängengeblieben'. Jörg hat das Beste Ende erwischt. Er darf mit dem GLE in den Sand, um Fotos an der Strecke zu machen.

Das staubige Biwak in Belen wird zweimal genutzt, da die Strecke als Runde um Belen ausgelegt wurde. Normalerweise geht die Reise ja gleich am Morgen (alternativ in der Nacht) weiter. Zeit genug also für Interviews, die in der normalen Hektik nicht möglich wären.

Ein bisschen eifersüchtig bin ich aber dennoch, denn 'im Sand spielen' ist eines meiner Hobbies. Vielleicht ergibt sich ja morgen nochmal eine Möglichkeit für einen Abstecher, denn wir passieren Fiambala. Fiambala ist wahrscheinlich der Ort, der in Argentinien am meisten von der Rallye Dakar profitiert hat. Als wir 2009 das erste Mal dort ankamen, war der Ort nur ein staubiges, dreckiges Loch (Sorry, aber genau so war das). Im Laufe der Jahre entwickelte sich sowas wie ein richtiger Ort und heute ist Fiambala ein durchaus ansehnliches Örtchen. Etwas außerhalb gibt es sogar eine Tankstelle, was darauf hindeutet, dass hier definitiv etwas voran geht. Okay, das ist wahrscheinlich die Tankstelle mit der schlechtesten Spritqualität weltweit, aber immerhin mit 79 Oktan.

In Orten wie Belen mit immerhin 15.000 Einwohnern und drei Plätzen für die Spritversorgung spielt sich das gesellschaftliche Leben weitestgehend auf der Straße ab oder eben in den Mini (Plastik-) Restaurants an den Tankstellen. Das sind meist die einzigen Orte mit (meist nicht, aber manchmal eben doch) funktionierendem WiFi. Und so trifft man sich hier zum Quatschen und auch gerne zum echten Rendezvous bei Plastik-Cola und Fertigsandwich.

Wegen der miserablen Internet-"Qualität" und aufgrund der Tatsache, dass Birgitt auch nach Stunden noch nicht von ihrem Abenteuer "Datenupload" (wir hatten das Video des gestrigen Tages bereits auf minimale 21 MB herunter gerechnet) zurückgekommen ist, beschließen wir, auf das tägliche Video heute zu verzichten. Hoffentlich gehen später wenigstens die Fotos und Texte durch.

Nachtrag: Wir können gar nichts mehr schicken und versuchen es am nächsten Tag auf dem Weg nach Rioja. Bei 47 Grad im Schatten versagt offensichtlich der Satellit. (Galgenhumor)

Eure Ellen Lohr


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