Eigentlich gilt ja: "form follows function". Insbesondere bei einem Rennwagen entsteht das formelle Ideal in der funktionalen Sinnfälligkeit. Aber das, was Ferrari hier abliefert ist selbst für einen Ignoranten der Ästhetik wie mich zu viel. Müsste beim Entwickeln einer solchen Nase nicht selbst ein rationalistisch denkender Ingenieur körperliche Schmerzen empfinden?
Und selbst wenn wir den Knick in der Nase akzeptieren müssen, so finde ich ihn in Ferraris Fall, z.B. im Vergleich mit dem liebevoller und dreidimensionaler geformten Schnabel des ebenfalls heute vorgestellten Force Indias, lieblos entwickelt - wie aus Legosteinen zusammenmauert.
Der Wagen wirkt für mein Empfinden unharmonisch.
Interessant finde ich die Auspuff-Kamine, die in den Bereich zwischen Hinterrad und Heckflügel zielen - sofern es keine Attrappen sind. Beinahe revolutionär ist die Zugstreben-Aufhängung an der Vorderachse. Wenn sie funktioniert, könnte das eine entscheidende Innovation im Kampf um die WM sein. Wenn aber nicht, wird man hier ein irreparables Problem für den Rest der Saison mit sich herumschleppen.
Ich bin sehr gespannt, ob der F2012 schnell sein wird. Mir scheint, dass Ferrari mit dem Entwurf, insbesondere der Vorderachsgeometrie, ein hohes Risiko gegangen ist. Wenn ich heute tippen müsste, würde ich mein Geld nicht auf Ferrari setzen!



Vielleicht deshalb, weil der erste schlechte Eindruck namens Caterham auch am Schlechtesten wirkt...