Über das gesamte Wochenende war der Australier Will Power der schnellste Mann. Beim Qualifying am Samstag sicherte sich der 26-jährige die Pole Position und auch im Rennen war er der einzige der bei seiner schnellsten Runde unter 1:20 blieb. Dennoch war der Sieg beim Las Vegas Grand Prix keine Spazierfahrt.

Robert Doornbos, Will Power und Paul Tracy bei der Siegerehrung, Foto: Sutton
Robert Doornbos, Will Power und Paul Tracy bei der Siegerehrung, Foto: Sutton

Denn schon am Start verlor der Team Australia-Pilot die Führung an Paul Tracy. Danach entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen dem Australier und dem kanadischen Veteran, bis beide in der 28. Runde an die Box mussten. Dort hatte Tracys Forsythe Championship Racing Team jedoch folgenschwere Probleme beim Nachtanken, so dass er fünf Runden später ein zweites Mal an die Box musste. "Das hat den Kampf um den Sieg entschieden. Wir hätten Will heute richtig unter Druck setzen könnnen", sagte Paul Tracy, der am Ende Dritter wurde.

Dass der missglückte Pitstop seines Rivalen die entscheidende Szene des Rennens war, fand auch der Gewinner. "Danach war ich ziemlich alleine. Katherine Legge hat mich noch für eine Weile aufgehalten, aber danach war es ein sehr entspanntes Rennen. Wir hatten ein gutes Auto, das leicht zu fahren war. Am Ende hat die Bremskraft ein wenig nachgelassen, aber da hatten wir schon eine 18-Sekunden-Führung", erklärte Power.

Außer dem Sieger profitierte auch Robert Doornboos von dem Malheur von Tracys Team. Mit einem Rückstand von 17 Sekunden fuhr der Fahrer vom Minardi Team USA auf den zweiten Platz. Damit ist Doornbos der erste Fahrer seit Nigel Mansell, der bei seinem Debüt in der Champ Car-Serie gleich das Podium erreichen konnte.

Paul Tracys folgenschwerer Boxensttopp., Foto: Sutton
Paul Tracys folgenschwerer Boxensttopp., Foto: Sutton

Alex Tagliani war als einziger der vorderen Fahrer auf einer anderen Boxenstoppstrategie unterwegs und erreichte damit den vierten Platz für sein RSPORTS-Team. Mit Christian Gommendy als Fünftem landete ein weiterer Debütant auf den vorderen Plätzen. Katherine Legge von Dale Coyne Racing fuhr auf Rang sechs, ihr persönlich bestes Ergbebnis und zugleich die bisher beste Platzierung einer Frau in der Champ Car-Serie. Ihr Teamkollege Alex Junqueira hatte hingegen weniger Glück. Er teilte das gleiche Schicksal beim Nachtanken wie Paul Tracy und wurde so um den sicheren fünften Platz beraubt. Am Ende kam er hinter Legge auf Platz sieben ins Ziel.

Der amtierende Champ Car-Meister Sebastien Bourdais erwischte hingegen ein rabenschwarzes Wochenende. Schon in der Qualifikation reichte es für ihn nur zu Starplatz 16. Im Rennen erwischte er dann zwei Plattfüße und schied bei seiner Aufholjagd nach einem Crash in die Mauer schlussendlich aus. Den Vorjahres-Zweiten Justin Wilson erwischte es auch nicht besser. Er musste seinen Wagen mit einem technischen Defekt abstellen.

Die Ergebnisse vom Champ Car Rennen in Las Vegas

1. Will Power Team Australia 1h 45:13.637
2. Robert Doornbos Minardi Team USA +16.787
3. Paul Tracy Forsythe Championship +27.356
4. Alex Tagliani RSPORTS + 48.980
5. Tristan Gommendy PKV + 1:10.395
6. Katherine Legge Dale Coyne + 1:21.260
7. Bruno Junqueira Dale Coyne +1 Lap
8. Alex Figge Pacific Coast Motorsports + 5 Laps
9. Mario Dominguez Forsythe Championship + 11 Laps
10. Neel Jani PKV +12 Laps
11. Ryan Dalziel Pacific Coast Motorsports + 16 Laps
12. Simon Pagenaud Team Australia + 21 Laps
13. Sebastien Bourdais Newman/Haas/Lanigan + 38 Laps
14. Justin Wilson RSPORTS + 48 Laps
15. Dan Clarke Minardi Team USA + 55 Laps
16. Matt Halliday Conquest + 65 Laps
17. Graham Rahal Newman/Haas/Lanigan + 67 Laps