In der nordamerikanischen Champ Car World Series hat eine neue Ära begonnen. Ohne den langjährigen Seriensponsor Ford, der sich in der letzten Woche zurückzog, aber mit dem neuen Panoz DP01 geht es in die Saison 2007. Der neue Bolide wird erstmals mit einer Wippengangschaltung am Lenkrad betrieben, was einigen alteingesessenen Fahrern wie Paul Tracy beim ersten Test in Sebring noch nicht so schmeckte. "Einige der jüngeren Fahrer sind damit aufgewachsen", sieht er Vorteile für die jungen Wilden. "Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, denn momentan ertappe ich mich immer noch dabei zum Ganghebel zu greifen."
Auf Tracys Rundenzeiten hatte das nur wenig Einfluss: Der Kanadier war schon am zweiten Tag hinter seinem Titelkonkurrenten der vergangenen Jahre, Sebastien Bourdais, auf Platz 2 der Zeitenliste anzutreffen. Die neue Ära hatte schon am Tag zuvor genau so begonnen, wie die alte geendet hatte. Mit ganzen sechs Zehnteln setzte sich Bourdais am ersten der drei Testtage in Sebring an die Spitze. "Es war gut endlich mit dem neuen Panoz zu fahren", sagte er. "Der Speed ist da, aber das Auto verhält sich anders als der Lola. Es wird eine Herausforderung, es an alle Strecken anzupassen."

Das Wichtigste sei jedoch, dass sich der Wagen noch immer wie ein Champ Car anfühle, so Bourdais, der zuletzt auch einen F1-Testausflug mit Toro Rosso absolvierte. "Es gibt viele Bereiche in denen wir das Auto verbessern können, um es besser an meinen Stil anzupassen. Aber letztlich zählt nur, wer der Schnellste ist."
Neben dem Seriensieger der letzten Jahre, wussten aber auch noch andere zu überzeugen. So sicherte sich der Schweizer Neel Jani schon am ersten Testtag die zweitschnellste Rundenzeit für PKV Racing. Sein Teamkollege war an diesem Tag übrigens kein geringerer als Teammitbesitzer Jimmy Vasser, der den Shakedown des neuen Autos selbst vornahm - ein Comeback plant er jedoch nicht.
Im früheren CTE Racing-HVM Team nahm Red Bull F1-Testfahrer Robert Doornbos für das neue Minardi Team USA von Paul Stoddart Platz. Der Niederländer war mit seinem Debüt zufrieden. "Jetzt da ich einen F1-Testvertrag in der Tasche habe, möchte ich wieder Rennen fahren. Es ist lange her, dass ich Champagner versprühen durfte!" Noch hat er aber keinen Vertrag mit seinem Ex-Minardi-Boss Stoddart unterzeichnet.
Genauso geht es Katherine Legge, die in Sebring für Dale Coyne testete - und zu den großen Überraschungen zählte. Am zweiten Testtag fuhren Legge und der zweite Dale Coyne-Pilot Bruno Junqueira auf die Ränge 3 und 4. Dabei waren sie nur rund zwei Zehntel langsamer als der amtierende Meister Bourdais. "Das neue Auto liegt meinem Stil", so Legge. "Es fühlt sich wie ein Champ Car an, ist aber anders. Es hat viel Downforce am Heck, ist ruhiger auf Bodenwellen und beim Bremsen sehr stabil."

Eines ist der neue Wagen aber erwartungsgemäß noch nicht: 100% standfest. Schon am ersten Tag brach Neel Janis Frontflügel. Bourdais kämpfte hingegen mit Getriebeproblemen. "Ich konnte nicht mehr herunterschalten", klagte er. "Ich habe auch noch zu viel Untersteuern und das Auto ist bei Veränderungen der Fahrhöhe sensibler als der Lola." Es gibt also noch viele Abstimmungsarbeiten zu erledigen.
So auch bei Paul Tracy, dessen Gaspedal am Mittwoch bei 40 Prozent stecken blieb, Alex Tagliani, Bruno Junqueria und Katherine Legge, die alle samt im Laufe der drei Testtage Getriebeprobleme an ihren DP01 hatten, und Nelson Philippe, den ein Problem mit der Lenkung einschränkte.
Die letzte Bestzeit des Tests ging dann erstmals nicht an Sebastien Bourdais. Oriol Servia fuhr als Gast für PKV Racing und erinnerte noch einmal an sein Können. "Hoffentlich kann ich beim Team bleiben, da wir in diesem Jahr einen großen Sprung schaffen können", prophezeite er. "Wir lernen noch viel über das neue Auto, den Schwerpunkt, die Fahrhöhe und den Einfluss des Downforce, aber wir waren heute die Schnellsten."



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