Wie so oft bei 24-Stunden-Rennen gab es am Ende viele zermürbte Gesichter und ein paar, die aus dem Strahlen nicht mehr herauskamen. Zu den Strahlemännern zählten beim traditionsreichen Rennen in Daytona diesmal Juan Pablo Montoya, Scott Pruett, Salvador Duran und Teamchef Chip Ganassi, die sich nach 668 ereignisreichen Runden über den Sieg freuen durften. Ganassi erlebte das Gefühl sogar zum zweiten Mal in Folge, wodurch er der erste Teambesitzer seit Al Holbert 1986 und 1987 ist, der das geschafft hat.

"Das war ein totaler Teamsieg", meinte Ganassi, "Al war jemand, wie der ich sein wollte als ich aufwuchs, also werde ich an das hier lange zurückdenken." Für Juan Pablo Montoya war der Sieg einfach nur ein "erstaunliches Gefühl". Der Kolumbianer sagte: "Es ist unglaublich: Nach 20 Stunden waren drei Autos in der gleichen Runde, aber es war in jeder Runde wie mit Qualifying-Geschwindigkeit. Sehr aufregend."

Den Start sicherten sich die Pole-Setter, Foto: Sutton
Den Start sicherten sich die Pole-Setter, Foto: Sutton

Doch auch davor war schon einiges los in Daytona. Zunächst sicherte sich der von der Pole gestartete Alex Gurney im Pontiac Riley von Gainsco/Bob Stallings Racing die Spitzenplatzierung. Doch nach etwa zwei Stunden übernahm dann Pruett die Führung, die Montoya schließlich auf eine Runde ausbaute.

Doch eine Runde Vorsprung bedeutet bei einem 24-Stunden-Rennen nach fünf Stunden noch gar nichts und so musste Pruett später die Führung wieder an Darren Manning vom Team SAMAX abgeben. Dahinter schlich sich der Red Bull/Brumos Porsche ebenfalls nach vorne. Doch das Auto hatte unerwünschten Kontakt mit einem langsameren Konkurrenten und verlor dadurch an der Box viel Zeit und jegliche Chance auf einen Spitzenplatz. Am Ende wurde es der 40. Rang.

In der Nacht war viel los, es fiel aber keine Vorentscheidung, Foto: Sutton
In der Nacht war viel los, es fiel aber keine Vorentscheidung, Foto: Sutton

Knapp vor Halbzeit des Rennens sorgte dann leichter Regen für eine Verschärfung der Bedingungen. Einige Teams fielen dem feuchten Nass zum Opfer, so wie Chris Pallis, der seinen Porsche in die Leitplanke zwischen Boxengasse und Strecke bohrte und dadurch für eine Unterbrechung des Rennens sorgte. Pallis war glücklicherweise unverletzt, was man von der Leitplanke nicht behaupten konnte.

78 Minuten dauerte die unfreiwillige Reparatur-Pause und knapp vor der 13-Stunden-Marke wurde das Rennen wieder aufgenommen. Damit war das Unfallpech aber noch nicht vorbei in Daytona. Denn früh am Morgen drehte sich dann Gaston Mazzacane in die Leitplanke und musste ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem er bewusstlos war. In der Zwischenzeit wurde aber Entwarnung gegeben und der Argentinier soll in einem guten Zustand sein.

In den Schlussstunden wurde es noch einmal spannend, Foto: Sutton
In den Schlussstunden wurde es noch einmal spannend, Foto: Sutton

Im Rennen machte weiterhin Montoya das Tempo, so lange der Regen weiter vom Himmel kam. Hinter ihm folgte der zweite Ganassi-Bolide mit Memo Rojas am Steuer und auf Rang drei wechselten sich der Pontiac Riley vom SAMAX Team und jener von SunTrust Racing ab. Doch dann ließ der Regen nach und die Ganassi-Mannschaft verpokerte sich etwas beim Wechsel zurück auf Trockenreifen. Man wartete zu lange und das Auto von SAMAX mit Ryan Dalziel am Steuer setzte sich an die Spitze. Da ein Unglück selten alleine kommt, erwischte es fast zur gleichen Zeit auch noch das zweite Ganassi-Auto, das sein Rennen in Kurve eins im Reifenstapel beendete.

Die letzten Stunden des Rennens glichen dann einem wahren Schlussspurt unter den führenden Fahrzeugen. Zunächst war Dalziel vor Max Angelleli im SunTrust-Wagen und Montoya. Dabei verfolgte der Kolumbianer die Taktik der geschickten Zurückhaltung und sparte Benzin, während die beiden vor ihm ordentlich Druck machten. Somit konnte Montoya länger draußen bleiben, während Dalziel bereits bald wieder an die Box musste und Angelleli nach einem Fahrfehler etwas, aber noch nicht entscheidend, an Boden verlor.

In der Victory Lane durfte gefeiert werden, Foto: Sutton
In der Victory Lane durfte gefeiert werden, Foto: Sutton

Schließlich übergab Montoya in Führung liegend an Scott Pruett, der das Rennen dank eines problemfreien letzten Stints sicher nach Hause fuhr. Die beiden Konkurrenz-Fahrzeuge hatten hingegen noch leichte Schwierigkeiten. Patrick Carpentier musste den SAMAX-Boliden an die Box bringen, nachdem er kurz mit einem anderen Auto kollidiert war. Am Ende reichte es aber dennoch zu Platz zwei. Jan Magnussen musste im SunTrust-Pontiac gegen Schluss etwas langsamer fahren, da die Bremsen nicht mehr ganz mitmachten. Er landete auf dem dritten Rang.

In der GT-Klasse konnte Porsche mit einem deutschen Fahrer den Sieg für sich verbuchen. Marc Basseng holte zusammen mit Carlos de Quesada, Jean-Francois Dumoulin und Scooter Gabel den Sieg für das Team Alegra Motorsports/Fiorano Racing. Rang zwei erfuhren sich Leighton Resse, Paul Edwards, Kelly Collins und Andy Pilgrim in einem Pontiac GXP von Banner Racing. Auch im drittplatzierten GT-Auto fuhr ein Deutscher mit. Ralf Kelleners erreichte zusammen mit Jim Lowe, Jim Pace und Johannes van Overbeek in einem Porsche den letzten Podestplatz.