Das Rennen der IDM 125 wurde während der 11. German Speedweek ausgetragen, die am Wochenende insgesamt 41.500 Besucher zählte. Zweiter im Rennen bei nassen Bedingungen wurde der Niederländer Joey Litjens vom Abbink Bos Racing Team vor seinem Landsmann Michael van der Mark.
Marcel Schrötter hatte bereits das Zeittraining am Donnerstag und Freitag dominiert und zum sechsten Mal die schnellste Trainingszeit erzielt. Der Pflugdorfer war eine halbe Sekunde schneller als Daniel Kartheininger aus Boos und der Niederländer Michael van der Mark. Titel-Kandidat Joey Litjens (ebenfalls Niederlande) komplettierte als Vierter die erste Startreihe.
Das Rennen wurde am Sonntagmittag bei trockenen Bedingungen gestartet, doch nach wenigen Rennkilometern setzte Regen ein. In der dritten Runde wurde der Regen heftiger und an der Spitze des Feldes gab es einen Sturz mehrerer Piloten, in den auch Marcel Schrötter und Daniel Kartheininger verwickelt waren. Kurz darauf musste das Rennen abgebrochen werden. Da noch nicht alle Fahrer des Feldes die dritte Runde absolviert hatten, wurde entsprechend des Regelements das Resultat nach der zweiten Runde für den weiteren Verlauf gewertet. Dadurch hatten die gestürzten Fahrer die Chance, beim Re-Start wieder dabei zu sein.
Während Marcel Schrötter beim Re-Start des Rennens wieder auf seinem Startplatz stand, konnte der Zweitplatzierte vor dem Abbruch, Daniel Kartheininger das Rennen nicht mehr aufnehmen. Seine Seel 125 war so beschädigt, dass eine Reparatur in der kurzen Zeit nicht möglich war.
Da nach dem Neustart die Zeiten der beiden Rennteile addiert wurden, sah das offizielle Ergebnis etwas anders aus, als das, welches die Zuschauer auf der Strecke verfolgen konnten. Zunächst übernahm der Niederländer Jasper Iwema die Führung, wurde aber kurz darauf von seinem Teamkollegen Joey Litjens von der Spitze verdrängt. Iwema stürzte später, konnte zwar weiter fahren, büßte aber seinen guten Platz an der Spitze ein.
Dort fuhren die Niederländer Joey Litjens und Michael van der Mark, sowie der Deutsche Marcel Schrötter die Podestplätze unter sich aus. Auf der Strecke lag Litjens vorn - doch Schrötter brachte noch seinen Zeitvorsprung von den beiden Runden vor dem Abbruch mit. So brauchte er nur an Litjens dran zu bleiben, um in der Addition vorn zu liegen. Genau so liefen dann auch die letzten Runden ab. Litjens fuhr als Erster über den Zielstrich, gefolgt von van der Mark und Schrötter. In der Addition bedeutete das den Sieg für den Deutschen.
Während Litjens tief enttäuscht bei der Pressekonferenz nicht über seinen Rennverlauf sprechen wollte (""Irgendwas ist hier falsch gelaufen, mit dem Abbruch beim ersten Teil und auch jetzt zuletzt. Entschuldigung, aber ich will dazu jetzt nichts sagen."), konnte Marcel Schrötter das Geschehen schon wieder etwas ordnen: "Es wurde plötzlich immer rutschiger, und ich bin leider gestürzt - über das Vorderrad. Dann wurde zum Glück für mich abgebrochen. Und ich konnte beim zweiten Rennen noch mal mitfahren. Anfangs war ich schon drei Sekunden hinter Joey und bin nur schwer ins Rennen gekommen, aber dann hatte ich ein immer besseres Gefühl und kam wieder heran, konnte Joey sogar noch mal überholen. Zuletzt habe ich noch einen Fehler gemacht, und bin dann als Dritter ins Ziel gekommen. Joeys Ärger kann ich verstehen. Ich habe bei der Zieldurchfahrt selbst nicht gewusst, dass ich gewonnen habe."
Michael van der Mark freute sich ebenfalls: ""Bei mir lief es nach dem Re-Start bei den nassen Bedingungen immer besser. Ich war an der Gruppe dran und konnte dann sogar noch den Marcel überholen. Ich bin zufrieden.", sagte der 15-jährige, der sich vor einer Woche vorzeitig mit dem Niederländischen Meistertitel geschmückt hatte.
Für Marcel Schrötter oder Joey Litjens steht diese Krönung noch bevor. Nur einer der beiden kann am 7. September auf dem Hockenheimring Internationaler Deutscher Meister werden. Schrötter hat Litjens wieder von der Spitze verdrängt, hat aber mit 136 Punkten nur zwei Zähler mehr als der Niederländer (134). Auf den dritten Rang schob sich Michael van der Mark (74), der den verletzten Marvin Fritz (71) verdrängte.

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