Das fünfte Event der Speedway-Weltmeisterschaft 2026 in Breslau (Wroclaw) stand unter keinem guten Stern. Zunächst musste der auf 19 Uhr terminierte Start am Samstagabend aufgrund eines Wolkenbruchs um zweieinhalb Stunden nach hinten verschoben werden, ehe die Starttapes streikten und Reparaturen eine weitere Verspätung zur Folge hatten.
Schwerer Unfall für Doyle und Holder
Als der Grand Prix in der schlesischen Speedway-Metropole mit einem stark beschleunigtem Ablauf in Form von kürzeren Pausen zwischen den Heats endlich Fahrt aufnahm, kam es gleich zu einer Reihe von Unfällen. Als am folgenreichsten erwies sich dabei eine Kollision im siebten Heat, als Jason Doyle und Kacper Woryna vor Kurve 1 aneinandergerieten und Doyle in der Folge seinen Landsmann Jack Holder abräumte. Für beide Australier war der Abend nach dem Unfall vorzeitig beendet.
Während Doyle selbständig aufstehen konnte, wurde Holder mit dem Krankenwagen abtransportiert. Wie sein polnischer Verein Stal Gorzow mitteilte, brach sich Holder bei dem Unfall den Arm und muss operiert werden. Der als WM-Dritter und Titelkandidat angereiste Holder wird voraussichtlich eine mehrwöchige Pause einlegen. Doyle kam mit Prellungen davon. Im Laufe des Abends kamen Max Fricke und Track Reserve Marcel Kowolik in Heat 4 bzw. Heat 18 ebenfalls zu Sturz. Sie blieben beide unverletzt.

Weltmeister Zmarzlik beendet Unserie
Aufgrund des verspäteten Starts fiel die Entscheidung im Finale erst unmittelbar vor Mitternacht. Beim Kampf um den Sieg führte beim 300. Speedway-GP-Event der Geschichte kein Weg an Bartosz Zmarzlik vorbei. Der sechsfache Champion triumphierte im Finale von der Außenbahn startend, nachdem er schon auf der ersten Runde die Führung übernahm. Es war nicht nur der erste Saisonsieg für Zmarzlik, sondern auch sein erster Erfolg seit über einem Jahr. Zuletzt war Zmarzlik 2025 in Manchester erfolgreich gewesen.
In der Vorrunde hatte Zmarzliks Titelrivale Brady Kurtz mit zwölf Punkten noch die beste Ausbeute zu verzeichnen gehabt, womit er sich gemeinsam mit dem Polen direkt für den Endlauf qualifiziert hatte. Doch Kurtz fand im Finale gar nicht in seinen Rhythmus, nachdem er schon den Start gegen Zmarzlik verloren hatte. Der Vize-Weltmeister, der in der Ekstraliga für Sparta Wroclaw an den Start geht, kam nur als Vierter ins Ziel und büßte damit wieder seine vor zwei Wochen in Manchester eroberte WM-Führung ein.
FIM Speedway GP - Der WM-Stand
Die zweite Position sicherte sich der Brite Robert Lambert vor Michael Jepsen Jensen. Lambert übernahm damit den dritten Rang in der Meisterschaft, nachdem er schon im Sprint nach dem Qualifying am Nachmittag Platz 2 belegt und damit drei Extra-Punkte eingefahren hatte. Fünfter wurde im Endklassement der Däne Anders Thomsen gefolgt von Patryk Dudek und Leon Madsen auf den Rängen 6 und 7.
Jan Kvech landete auf P8, Andzejs Lebedevs auf P9. Der Lette war mit acht Punkten aus den ersten drei Heats beinahe perfekt in den Abend gestartet und lag bis vor seinem letzten Vorlauf auf Kurs zu einer direkten Final-Qualifikation. Nachdem er diese verpasste hatte, scheiterte er aber im Last-Chance-Qualifier auf P4 deutlich.
Genauso wie Lokalmatador Maciej Janowski, der sich auf P10 einreihte. Der Publikumsliebling, hatte sich noch am Nachmittag den Sieg im Sprint vor Lambert, Fricke und Lebedevs gesichert und war mit einem gewonnenen Heat in den Abend gestartet. In der Folge machte der Wildcard-Fahrer, der zuletzt 2023 Vollzeit im GP gefahren ist, aber auf seiner Heimbahn keine großen Sprünge mehr.



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