Kia macht aus dem neuen Seltos Hybrid mehr als einen klassischen Vollhybrid. Der 4,43 Meter lange Kompakt-SUV kombiniert einen 1,6-Liter-Benziner mit Elektromotoren und bringt dabei einige Funktionen mit, die man bislang vor allem von Elektroautos kennt.

Los geht es bei 37.490 Euro für den Seltos Hybrid mit Frontantrieb. Wer den elektrischen Allradantrieb möchte, muss mindestens 40.190 Euro investieren. Bestellbar ist der Seltos ab sofort, die ersten Fahrzeuge sollen im Oktober zu den Kunden kommen.

Allrad ohne Kardanwelle

Technisch besonders interessant ist die Allradversion. Kia verzichtet auf eine mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse. Stattdessen sitzt an der Hinterachse ein eigener Elektromotor mit 50 kW (68 PS). Vorne arbeitet der Hybridantrieb mit einem 75 kW (102 PS) starken 1,6-Liter-Benziner und einem 45-kW-Elektromotor. Zusammen ergibt das beim Allradmodell 131 kW (178 PS).

Der Vorteil des Systems liegt nicht nur in der zusätzlichen Traktion. Die Kraft an der Hinterachse lässt sich unabhängig von der Vorderachse regeln. Auf rutschigem Untergrund kann das Vorteile bringen. Für verschneite Straßen gibt es außerdem einen speziellen Snow-Modus.

Kia, Seltos, Hybrid
Foto: Kia

Die Fahrleistungen bleiben allerdings eher solide als sportlich: Der Allrad-Seltos benötigt 9,7 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und erreicht maximal 155 km/h.

5,4 Liter – zumindest auf dem Papier

Beim Verbrauch spielt der Hybrid seine eigentliche Stärke aus. Der Fronttriebler kommt laut WLTP auf 5,4 Liter pro 100 Kilometer, der Allradler auf 5,8 Liter. Zum Vergleich: Die bisherigen Benzinversionen des Seltos liegen je nach Antrieb und Getriebe bei 6,8 bis 7,5 Litern.

Das Hybridsystem soll den Verbrauch damit um bis zu 23 Prozent reduzieren. Kia kombiniert es mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Einen klassischen CVT-Hybrid gibt es also nicht.

Kia, Seltos, Hybrid
Foto: Kia

Strom aus dem Kofferraum

Noch ungewöhnlicher wird es bei der Ausstattung. Der Seltos Hybrid kann – abhängig von der gewählten Version – 230-Volt-Geräte über die Antriebsbatterie versorgen. Kia nennt das V2L, also „Vehicle-to-Load“. Eine entsprechende Steckdose befindet sich im Gepäckraum. Damit lässt sich beispielsweise unterwegs elektrisches Equipment betreiben, ohne dass der Benzinmotor dafür laufen muss. Das ist eine Funktion, die man bislang hauptsächlich mit Elektroautos verbindet.

Ebenfalls aus der Welt der Stromer kommt der sogenannte „Stay Mode“. Dabei können Klimaanlage und Infotainment im geparkten Fahrzeug über die Antriebsbatterie betrieben werden. Für Camping oder längere Pausen kann das durchaus praktischer sein als ein laufender Verbrennungsmotor.

536 Liter Kofferraum

Beim Platzangebot will der Seltos trotz Hybridtechnik keine Abstriche machen. Der Gepäckraum fasst 536 Liter und wächst bei umgelegter Rückbank auf bis zu 1.494 Liter. Damit bleibt der Hybrid beim Kofferraum auf dem Niveau des Benziners.

Auch optisch gibt es kaum Unterschiede. Der Seltos bleibt ein klassisch gezeichneter Kompakt-SUV mit markanter Front, hochgezogenen Rückleuchten und vergleichsweise kantiger Karosserie. Nur die 18-Zoll-Felgen unterscheiden den Hybrid auf den ersten Blick vom Benziner.

Viel Technik schon im Basismodell

Interessant ist auch der Blick auf die Serienausstattung. Bereits für 37.490 Euro sind unter anderem ein elektrischer Fahrersitz, 18-Zoll-Leichtmetallräder, Sitzheizung, beheizbares Lenkrad, Rückfahrkamera und ein digitales Cockpit an Bord.

Kia, Seltos, Hybrid
Foto: Kia

Das zentrale Panoramadisplay kombiniert zwei 12,3-Zoll-Bildschirme für Instrumente und Infotainment. Je nach Ausstattung kommen Funktionen wie Head-up-Display, Rundumsichtkamera oder ein ferngesteuerter Parkassistent hinzu.

Auch bei den Assistenzsystemen fährt Kia einiges auf. Adaptive Geschwindigkeitsregelung, Totwinkelassistent, Spurhalte- und Spurfolgeassistent sowie ein Frontkollisionswarner gehören zum Serienumfang.