Marco, vor ein paar Wochen haben wir noch über das vorgezogene Weihnachtsgeschenk Formel 1-Test gesprochen, jetzt gab es gleich das nächste Geschenk hinterher...
Marco Holzer: Ja, die letzten drei Wochen waren voller Überraschungen. Am Montag vor dem A1GP-Wochenende war ich gerade auf der Arbeit, als mich mein Vater anrief und sagte: "Pack Deine Sachen, Du fliegst morgen nach Indonesien!" Erst danach hat er mir verraten, dass ich den Rookie-Test für das deutsche A1 Team bestreiten sollte. Dann musste ich mich erst einmal hinsetzen, um das zu verarbeiten. Daheim habe ich wie verlangt meine Sachen gepackt und bin Dienstagabend sofort nach Indonesien geflogen. Dort herrschten sehr hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, so dass ich mich so früh wie möglich an die Bedingungen gewöhnen und den Jetlag überwinden wollte. Am Donnerstag haben wir meinen Sitz angepasst und Freitag ging es schon los.

Dabei lief es für Dich ziemlich gut...
Marco Holzer: Es ist gut gelaufen, allerdings war es zu Beginn etwas hart, weil ich weder das Auto noch die Strecke kannte. Aber dagegen kann man nichts machen, ich habe mein Bestes gegeben und wurde von Runde zu Runde besser, konstanter und vertrauter mit dem Auto. Zur Vorbereitung habe ich mir zusammen mit Nico [Hülkenberg] Onboard-Aufnahmen aus dem Vorjahr angesehen. Leider konnte ich wegen einer roten Flagge nicht so viele Runden fahren, wie ich es gerne gehabt hätte. Somit war das Rookie-Training für mich schnell vorbei, aber auf der positiven Seite kann ich sagen: Ich bin schon einmal mit einem A1-Auto gefahren.

Und wie hat sich dieses Auto verhalten - immerhin hat es jede Menge Power?
Marco Holzer: Ich habe mich im Auto wohl gefühlt. Allerdings musste ich mich schon etwas umstellen, da das Auto ziemlich schwer zu fahren ist. Die Lenkung ist relativ schwergängig und das ganze Auto war eine neue Erfahrung. Nach ein paar Runden hatte ich mich aber daran gewöhnt.

Der BMW Sauber F1-Wagen war da wahrscheinlich sogar noch einfacher zu fahren als der A1-Bolide...
Marco Holzer: Ja, der F1-Test in Valencia hat mir auf jeden Fall enorm geholfen. So kannte ich die hohen Geschwindigkeiten bereits und auch meine Fitness war durch das Training für den F1-Test auch noch auf einem hohen Level.

Durftest Du in der Rookie-Session auch einmal den Boost-Button ausprobieren?
Marco Holzer: Nein, leider nicht. Aber das Auto hatte für mich auch so genug Power.

Das Jahr 2006 hatte also einen perfekten Abschluss: Platz 3 in der Formel BMW-Meisterschaft, F1-Test für BMW Sauber und A1-Test für das deutsche Team...
Marco Holzer: Ja, alles zusammen war es das perfekte Weihnachtsgeschenk. Deswegen möchte mich noch einmal beim A1-Team Germany und Willi Weber dafür bedanken, dass sie mir diese Chance gegeben haben. Jetzt hoffe ich, dass ich vielleicht noch einmal damit fahren darf - dann vielleicht etwas länger.