WRC - Kubica: Fahren nur um anzukommen ist kein Spaß

Ich muss vielleicht etwas cleverer sein

Schweren Herzens ging Robert Kubica in Argentinien vom Gas, um die Zielankunft zu sichern. Die Umstellung auf den Rallyesport fällt ihm immer noch schwer.
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Motorsport-Magazin.com - Nach acht Unfällen in vier Rallyes ist es Robert Kubica in Argentinien endlich gelungen, so gut wie unbeschadet das Ziel zu sehen und Punkte mitzunehmen. Ein angenehmes Erlebnis war es für den Polen allerdings nicht unbedingt. "Seit meiner Jugend war ich in jeder Kategorie sehr erfolgreich, daher macht es mir keinen Spaß, Rallyes zu bestreiten, nur um anzukommen. Ich genieße das nicht und es ist hart", gestand er der offiziellen Webseite der WRC.

Ich möchte das bestmögliche Level erreichen.
Robert Kubica

Wenn man das Ziel habe, Rallyes gemütlich anzugehen und sie zu genießen, dann sei das ok. "Aber das ist nicht mein Ziel. Ich möchte das bestmögliche Level erreichen und zu einer Rallye zu kommen und 2,5 Sekunden pro Kilometer langsamer zu fahren, würde mich nirgendwo hinbringen, denn wenn ich nächstes Jahr wiederkomme, will ich schneller fahren."

Der Pole will bei seiner Pace Fortschritte machen, erkennt jedoch an, dass er sich zunächst darauf konzentrieren muss, das Ziel zu sehen und sicherzugehen, dass sich seine Fehler nicht wiederholen. "Ich muss vielleicht etwas cleverer sein und verstehen, dass es für den Moment wichtiger und produktiver ist, langsamer zu fahren und die Art und Weise, wie ich meinen Aufschrieb vorbereite, zu ändern", zeigte er sich einsichtig.

"Bis jetzt war Portugal das einzige Event, das ich aus dem letzten Jahr kannte. Die anderen Rallyes waren neu für mich und mit so vielen verschiedenen Arten von Straßen und so vielen neuen Dingen muss ich mich mehr damit beschäftigen, wie ich meinen Aufschrieb vorbereite und bedenken, dass es viele neue Dinge gibt, die mich aus der Bahn werfen könnten", sagte Kubica.

Das Problem ist Schotter. Dort gibt es im Vergleich zu Asphalt mehr Variationen, was die Breite der Straße und den Grip angeht.
Robert Kubica

Sein Aufschrieb orientiert sich am Radius der Kurven, ein System, das er auf Asphalt entwickelt hat, wo es auch gut funktioniert. Auf Asphalt habe er selbst dann eine gute Pace, wenn er die Prüfung noch nie bestritten habe. "Das Problem ist Schotter. Dort gibt es im Vergleich zu Asphalt mehr Variationen, was die Breite der Straße und den Grip angeht. Auf Asphalt hat man nur etwa zehn Prozent der Vibrationen, die man auf Schotter hat und ich muss bedenken, dass es auf Rundstrecken nicht so viel bergauf und bergab geht." Das habe vor allem auf Schotter beim Bremsen einen großen Einfluss.

Ein weiteres Problem Kubicas ist die Recce, also das Abfahren der Prüfungen vor dem Rallyestart im Straßenauto. Dabei gebe so viele Dinge, die er leicht vergesse, da er nicht daran gewöhnt ist, sich darauf zu konzentrieren. Insgesamt sei es schwer, über zwölf Stunden mit nur einer 20-minütigen Pause die Konzentration zu halten. "Ich gehe nicht mehr Risiken ein, aber das Risiko ist aufgrund des Mangels an Erfahrung höher, denn ich bestreite die meisten Rallyes zum ersten Mal", erläuterte er.


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