WRC - Skandinavier-Bonus für Östberg?

Novikov tauschte die Rollen

Die M-Sport-Piloten bereiteten sich auf unterschiedliche Weise auf die Rallye Finnland vor. Die wohl ungewöhnlichste Methode wählte Evgeny Novikov.
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Motorsport-Magazin.com - Die M-Sport-Piloten reisen nicht nur erholt, sondern auch mit einem sechstägigen Test im Rücken zur Rallye Finnland. Mads Östberg verbrachte eine Woche in Griechenland und zwei Wochen in der Heimat und hofft bei der Hatz durch die finnischen Wälder auf den Skandinavier-Bonus. Denn auf dem Podest finden sich bei der Rallye Finnland nur selten Nicht-Skandinavier. "Wir haben in Norwegen ein paar Rallyes mit ähnlichen Charakteristiken, was uns nächste Woche hoffentlich einen kleinen Vorteil bringt", meinte Östberg.

In Finnland ist es wichtig, von Beginn an bei der Pace zu sein.
Mads Östberg

Bei den Testfahrten habe er große Fortschritte mit dem Setup gemacht und das Auto fühle sich großartig an. "In Finnland ist es wichtig, von Beginn an bei der Pace zu sein, daher sollte uns dieser Test sicherlich in dieser Hinsicht helfen. Natürlich muss man nicht nur das Setup im Griff haben. Als Fahrer muss man von der allerersten Kurve an an die Geschwindigkeit, die Sprünge und die Art und Weise, wie man das Auto platziert, gewöhnt sein", erklärte der Norweger.

Teamkollege Evgeny Novikov hatte in Finnland bislang kein Glück. Nach einer ungewöhnlichen Vorbereitung hofft er jedoch auf die Wende. Er kletterte vom Fahrer- auf den Beifahrersitz und navigierte seinen Mentor und Manager Mikhail Lepekhov bei der Rally Rostov Velikiy in Russland. "Nun bin ich bereit, mich wieder selbst hinter's Steuer zu klemmen", meinte Novikov, der weiß, welche Bedeutung der Beifahrer bei der Rallye Finnland hat. "Ein gutes System beim Aufschrieb und vollkommenes Vertrauen in deinen Co-Piloten ist wirklich wichtig. Auch wenn das meine erste Rallye Finnland mit Ilka [Minor; Co-Pilotin] sein wird, mache ich mir deswegen keine Sorgen! Wir arbeiten wirklich gut zusammen und es gibt zwischen uns im Auto viel Vertrauen", betonte er.

Ratschläge von Markko Märtin

Thierry Neuville und Beifahrer Nicolas Gilsoul harmonieren ebenfalls bestens und fuhren in der ersten Saisonhälfte drei Mal gemeinsam aufs Podium. Neuville verbrachte in der Sommerpause viel Zeit im Auto - ob bei Testfahrten mit dem Ford Fiesta R5 aus dem Hause M-Sport oder bei der 25h BeTrophy in Spa-Francorchamps. Am besten gefiel dem Belgier jedoch der gemeinsame Test mit Östberg. "Wir konnten wirklich als Team arbeiten - wir haben unsere Gedanken und Erfahrungen geteilt - daher freue ich mich wirklich auf diese Rallye", berichtete er.

Wir konnten wirklich als Team arbeiten - wir haben unsere Gedanken und Erfahrungen geteilt.
Thierry Neuville

Eine Herausforderung stellt für ihn in Finnland ein neues System beim Aufschrieb dar, das er in diesem Jahr verwendet. Deshalb rechnet Neuville damit, bei der ersten Durchfahrt der Prüfungen etwas Zeit auf die Spitze zu verlieren. "Aber ich bin zuversichtlich, dass wir unsere wahre Pace bei der zweiten Durchfahrt zeigen können."

Nach seinem starken Debüt im Ford Fiesta RS WRC mit Platz sechs bei der Rallye Sardinien kehrt Elfyn Evans an einen Ort zurück, an dem er im vergangenen Jahr mit der FIA WRC Academy gewonnen hat. "Es wird kein leichtes Event. Es wird viele sehr schnelle Skandinavier geben, die nach dem Sieg streben, aber wir werden unser Bestes geben und sehen, was passiert. Es ist ein Event, das ich genieße und wir haben hier letztes Jahr gewonnen, daher werden wir hoffentlich nicht allzu weit weg sein", erklärte Evans. "Um uns vorzubereiten haben wir auf ähnlichen Straßen in Estland mit Markko Märtin und dem MM-Motorsport-Team getestet. Markko war dabei besonders hilfreich. Er weiß, worauf es ankommt, wenn man in Finnland gewinnen möchte, daher war es eine großartige Chance für mich, Ratschläge von jemandem wie ihm zu bekommen."


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