NASCAR - Danica Patrick: Hatte 12 Gehirnerschütterungen

Dale Earnhardt Junior setzt Standard

Danica Patrick bewundert NASCAR-Kollege Dale Earnhardt Junior für seinen Mut, nach einer Gehirnerschütterung monatelang zu pausieren.
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Motorsport-Magazin.com - Das Thema Gehirnerschütterungen stand in der vergangenen NASCAR-Saison im Fokus, da Dale Earnhardt Junior den Großteil der Saison wegen entsprechender Symptome ausließ. Danica Patrick, die aktuell einzige Frau in der höchsten Klasse der NASCAR, sieht diesen Schritt als ein neues Kapitel in der Serie. Sie bewundert Earnhardt Junior für seine mutige Entscheidung und spricht offen darüber, dass sie selbst schon oft Gehirnerschütterungen hatte.

Wir Fahrer kehren gerne alles unter den Teppich und tun so, als ob alles okay wäre.
Danica Patrick

"Jedes Mal, wenn man einen Unfall hat, erleidet man zu einem gewissen Grad eine Gehirnerschütterung. Da bin ich mir sicher", sagte sie in einer Presserunde im Vorfeld der Daytona 500. "Als er [Earnhardt Jr.] also sagte, dass er etwa zwölf Gehirnerschütterungen hatte, dachte ich: 'Oh, ich bin mir sicher, dass ich zwölf Gehirnerschütterungen hatte'. Das gibt einem zu denken, denn auch wenn wir keine Football-Spieler sind und nicht innerhalb kürzester Zeit immer wieder Schläge abbekommen, ist es im Auto ruppig und die einzelnen Schläge sind vielleicht heftiger." Und das trotz aller Sicherheitsmaßnahmen in der NASCAR, die zur Saison 2017 verbessert wurden.

NASCAR 2017: Die neuen Sicherheitsmaßnahmen erklärt: (02:16 Min.)

"Es führt dazu, dass man auf sich selbst achtet. Es gibt nichts besseres, als jemanden wie Dale Junior zu haben, der so weit geht, für eine so lange Zeit aus dem Auto zu steigen und zu sagen: 'Hey, ich habe ein Problem'. Das macht es für alle anderen greifbarer", erklärte Patrick. "Nun hat vielleicht nicht jeder in Bezug auf die Sponsoren einen solchen Luxus wie Dale Junior, um einfach so aus dem Auto auszusteigen. Aber als Fahrer mit einem großen Namen setzt er einen Standard, was das Wohlbefinden angeht, und das ist bewundernswert. Wir Fahrer kehren gerne alles unter den Teppich und tun so, als ob alles okay wäre. Aber es ist unser Leben."

Patrick versicherte, dass sie wie Earnhardt Junior auf ärztlichen Rat hin Rennen auslassen würde. Sie sei noch nie gefahren, wenn es ihr nicht gut ging. Es stehe für sie an erster Stelle, Symptome wahrzunehmen und auf sich achtzugeben. "Ich würde mich fast hyper-sensibel nennen, weil ich in Bezug auf Essen und Sport so sehr auf meine Gesundheit achte", gestand sie. Sie bemerke jede noch so kleine Veränderung an in ihrem Körper.

Für die Fahrer geht es nach Patricks Ansicht also darum, in sich hinein zu hören und ehrlich zu sein, was die Gesundheit angeht. Ein Teil der Verantwortung liegt aber auch bei der NASCAR und ihrem Sicherheitsteam. Patrick hofft unter anderem auf neue Testmethoden und eine verbesserte Sicherung von Daten. Bereits jetzt hätten sich einige Protokolle verändert, lobte sie.

Patrick startet am kommenden Sonntag von Startplatz zwölf in die Daytona 500.

Dale Earnhardt Junior spricht über seiner Auszeit


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