MotoGP - Vinales: Fehlerhafter Reifen schuld an Crash

Schlechter Michelin-Slick lässt Yamaha-Pilot stürzen

Maverick Vinales ist sich nach seinem Sturz im Amerika-GP keiner Schuld bewusst. Das Problem sei der Vorderreifen von Michelin gewesen.
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Motorsport-Magazin.com - Der Höhenflug von Maverick Vinales fand in Austin ein jähes Ende. Schon in der zweiten Runde rutschte er auf Position vier liegend in Kurve 18 weg und musste das Rennen aufgeben. Ein bitterer Ausgang für Vinales, der neben Marc Marquez als zweiter großer Anwärter auf den Sieg im Grand Prix von Amerika gegolten hatte.

Vinales hadert mit schadhaftem Michelin-Reifen

Umso ärgerlicher war der Sturz für Vinales, weil er scheinbar nicht auf einen Fehler des Dominators der ersten beiden Saisonrennen zurückzuführen war. "Es war ein wirklich eigenartiger Crash, den ich nicht verstehen kann", sagte er am Sonntagabend. "Ich bin die Kurve genauso gefahren wie das ganze Wochenende. Auch das Setup des Motorrads und sogar die Spritmenge waren identisch zum Warm Up. Dennoch bin ich gestürzt. Ich glaube, dass wir ein Problem mit dem Vorderreifen hatten."

Ich glaube, dass wir ein Problem mit dem Vorderreifen hatten.
Maverick Vinales

Erneut Kritik also am Reifenlieferant Michelin, der in dieser Saison bereits wie schon im Vorjahr einiges einstecken musste. "Ich habe mich mit der Front im Rennen nicht wohlgefühlt. Ich hatte einfach nicht so viel Grip auf der linken Seite wie sonst und bin stark gerutscht. Das ist schon ein Zeichen. Mehr will ich dazu gar nicht sagen", gab sich Vinales zumindest einigermaßen diplomatisch.

In Anbetracht seines schlechten Gefühls mit dem Vorderreifen überlegte Vinales, der mit 14 Punkten Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf Teamkollege Valentino Rossi nach Austin gekommen war, schon in der frühen Phase des Rennens, seine Taktik umzustellen. Das hätte bedeutet, dass er nicht versucht hätte, um den Sieg zu kämpfen, sondern stattdessen lieber ein paar Punkte für die Gesamtwertung mitgenommen hätte. Doch zur Umsetzung dieser Strategie kam es gar nicht erst: "Ich habe darüber nachgedacht, dass ich nicht zu viel riskieren sollte. Dann bin ich aber schon gestürzt."

Gefühl der Ohnmacht für Vinales

Aus seinem Ärger über das mehr oder weniger unverschuldete Aus am Circuit of the Americas machte Vinales keinen Hehl. "Wir sind natürlich enttäuscht. Das war ein wirklich gutes Wochenende für unser Team und wegen so etwas stehen wir jetzt schlecht da", monierte der Youngster. "Ich hätte heute sehr gerne gepunktet, denn am Ende kann in der Weltmeisterschaft jeder Zähler entscheidend sein." Dass es für ihn auch ohne dem Sturz in Runde zwei zu einer Zielankunft gereicht hätte, bezweifelt Vinales aber: "Es wäre sicherlich schwierig gewesen, das Rennen zu beenden, wenn der Reifen erst einmal mehr Runden drauf gehabt hätte."

Vinales hätte auf jeden Fall ein schwieriges Rennen vor sich gehabt - Foto: Yamaha

So ärgerlich der Crash in Texas für Vinales natürlich war, allzu großes Kopfzerbrechen im Hinblick auf den Titelkampf sollte er ihm aber nicht bereiten. Er liegt nach wie vor auf dem zweiten WM-Rang, nur sechs Punkte hinter dem neuen Gesamtführenden Valentino Rossi. Auf Titelverteidiger und Austin-Sieger Marc Marquez hat Vinales immer noch zwölf Zähler Vorsprung.


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