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MotoGP - Crash-Analyse: Marquez, Lorenzo und Co. am Boden

Viele Abflüge in Argentinien

Auf die harte Tour: Lorenzo eröffnete in Argentinien eine wahre Sturz-Orgie, die viele prominente Opfer forderte. Die Crash-Analyse:
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Motorsport-Magazin.com - Acht Ausfälle im Vorjahr, sieben an diesem Sonntag: Die Strecke in Termas de Rio Hondo bleibt für die MotoGP-Asse ein glattes Parkett. Namhafte Fahrer gingen diesmal zu Boden und sorgten dafür, dass unter anderem die Werksteams von Ducati und Honda komplett leer ausgingen. Die Zusammenfassung der Sturz-Orgie von Argentinien:

Jorge Lorenzo wirft die Ducati weg

Sein Rennen war nach wenigen Augenblicken zu Ende und keiner wusste so recht, was Jorge Lorenzo in diesem Moment geritten hatte. Noch in der ersten Kurve donnerte er im Gerangel des Mittelfelds Andrea Iannone ins Heck und kam dabei zu Sturz. Nach dem Rennen rechtfertige er sich: "Mein Start war großartig und ich konnte vier oder fünf Fahrer überholen. Dann wurde alles chaotisch, denn einige Fahrer versuchten auf der Bremse zu überholen. Ich lag auf der Innenbahn und fuhr plötzlich auf Iannone auf. Dabei berührte ich sein Hinterrad und stürzte." Iannone war sauer auf Lorenzo: "Diese Berührung in Kurve eins hat mich viele Positionen gekostet und schon früh mein Rennen ruiniert." Lorenzo bestrafte sich mit dem Ausfall selbst. Denn mit nur fünf Punkten aus den ersten zwei Saisonrennen steht er so schlecht da wie zuletzt 2004 in der 125cc-WM.

Doppel-Null bei Honda in Kurve zwei

Es sah drei Runden lang sehr gut aus für Marc Marquez. Der Titelverteidiger hatte sich bereits um 2,2 Sekunden vom Rest des Feldes abgesetzt, als er Kurve 2 anbremste und sich in Schräglage begab. Plötzlich geschah es: Marquez rutschte mit seiner Honda weg und versenkte seine Hoffnungen auf den Sieg im argentinischen Kies. "Ich weiß nicht, wie mir so ein Fehler unterlaufen konnte", ärgerte sich Marquez. "Diese Art von Fehler enttäuscht mich einfach, denn ich habe mich wirklich gut und stark gefühlt."

Zum Frust der Honda-Box erwischte es zehn Runden später auch Dani Pedrosa - an exakt der gleichen Stelle wie Marquez. "An dieser Stelle gibt es viele Wellen und die sorgen dafür, dass man dort in einer Runde Grip hat, in der nächsten plötzlich nicht mehr. Wenn man dann noch hart ans Limit gehen muss, wird der Grat sehr schmal. Und ich musste zu diesem Zeitpunkt ja Gas geben um die Lücke zu den Podestplätzen zuzufahren", sagt Pedrosa.

Tatsächlich hatte Pedrosa in den beiden Runden vor seinem Sturz seine schnellsten beiden Einzelzeiten des Rennens gesetzt und war unmittelbar vor seinem Crash in Lap 13 sogar der schnellste Pilot im Feld. Ebenso wie Marquez vor seinem Sturz. Dann schossen beide wohl über das Limit ihrer Honda hinaus und sorgten so für erste Nullnummer der Saison.

Aleix räumt Dovi ab

Andrea Dovizioso kann einem schon leidtun. Im Vorjahr wurde er in der letzten Kurvenkombination des Rennens von seinem Teamkollegen Andrea Iannone auf Platz zwei liegend abgeschossen. Diesmal wurde er erneut torpediert. Aleix Espargaro räumte den Italiener in Kurve 5 der 15. Runde ab. Das Duo befand sich gerade in einem Kampf mit Danilo Petrucci um den 6. Rang, als das Ungeschick passierte. Dovizioso ließ in der Rechtskurve die Tür innen offen, Espargaro stach hinein, kippte aber am Scheitel mit seiner Aprilia weg. Sein Motorrad entglitt ihm, rutschte nach außen und kegelte dort Dovizioso von der Strecke.

"Ich habe gesehen, dass Dovi die Linie nicht halten konnte und habe hineingehalten. Dann musste ich aber zu stark bremsen und verlor die Front. Es tut mir leid", rechtfertigte Espargaro sein Manöver. Nach dem Zwischenfall entschuldigte sich Espargaro zwar noch im Kies, doch das Rennen war für beide beendet. Dovizioso versuchte erst gar nicht seine Enttäuschung zu verbergen: "Ich habe hier einfach kein Glück und bin heute erneut aus dem Rennen gekickt worden. Ich bin bitter enttäuscht, denn Platz 5 wäre heute möglich und wichtig gewesen."

Rins am Boden

Schmerzen begleiteten Alex Rins durch das gesamte Rennwochenende. Nach dem Rennen in Katar hatte er sich beim Motocross einen Knöchel gebrochen, der ihm in Argentinien noch immer arg zusetzte. Im Qualfying hatte er nur den letzten Startplatz ergattert, sich dann binnen sechs Runden aber bis auf Platz 14 nach vorne gefahren. Ein Duell mit Karel Abraham endete dann allerdings im Kies.

"Ich habe versucht, an der einzig möglichen Stelle zu überholen - dem Eingang von Kurve 13. Ich lag kurz vor ihm, habe dann aber die Kontrolle über das Vorderrad verloren und bin gestürzt", erklärt Rins. Zwar konnte er das Rennen nach dem Ausrutscher wieder aufnehmen, doch vier Runden später steuerte er die Box an. "Der Sturz war nicht schlimm, aber ich habe mir dabei leider den verletzten Fuß angeschlagen. Die Schmerzen wurden so stark, dass ich das Rennen nicht beenden konnte."

Anmerkung: Der siebente Ausfall betraf Sam Lowes, der aber nicht stürzte, sondern seine Aprilia mit Getriebeschaden an der Box abstellen musste.


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