MotoGP - Iannone-Abgang stürzt Pramac in Krise

Fahrersuche zu spät gestartet, Sponsoren vor Absprung

Durch den Aufstieg von Andrea Iannone ins Ducati-Werksteam sieht sich Pramac Racing vor eine Reihe von Problemen gestellt.
von

Motorsport-Magazin.com - Der Wechsel Cal Crutchlows von Ducati zu LCR Honda war die Sensation des Transfersommers in der MotoGP. Man könnte meinen, der Deal wäre eine Verbesserung für alle Beteiligten. Crutchlow hat 2015 wohl wieder ein Motorrad, auf dem er sein Leistungsvermögen abrufen kann, Ducati ist den in dieser Saison enttäuschenden Briten los und Andrea Iannone bekommt dadurch seine Chance im Werksteam der Italiener. Doch es gibt auch einen Verlierer bei diesem Wechselgeschäft: Iannones aktuelles und bald Ex-Team Pramac Racing.

Der Ducati-Kundenrennstall hatte bereits fix mit Andrea Iannone als Nummer-eins-Pilot für 2015 die Planungen begonnen. "Unsere Situation ist schwierig, denn es sah so aus, als wäre alles für die nächste Saison fixiert. Vor allem, nachdem Cal bei der World Ducati Week bekanntgegeben hatte, dass er bleiben würde", erklärt Pramac-Boss Francesco Guidotti.

Wir beginnen praktisch wieder bei null.
Francesco Guidotti

Doch dann kam alles anders, Crutchlow entschied sich für den Wechsel zu LCR-Honda und Iannone wurde ins Ducati-Werksteam befördert. Mit dem Abgang von Iannone springen bei Pramac nun auch die Investoren ab, gesteht Guidotti: "Wir müssen mit Ducati und den Sponsoren alles neu aushandeln, denn Andrea war für die Geldgeber ein sehr attraktiver Fahrer. Wir beginnen jetzt also praktisch wieder bei null. Nicht alle Geldgeber bleiben an Bord. Nachdem es so ausgesehen hat, als würde Andrea bei uns bleiben, waren die Verhandlungen mit neuen Sponsoren fast abgeschlossen. Ohne ihn müssen wir jetzt alles neu verhandeln. Wir hatten einen italienischen Sponsor, der natürlich sehr glücklich darüber war, einen italienischen Piloten mit der Chance auf die Top-Five im Team zu haben. Vielleicht bleiben sie, aber dann werden sie einen geringeren Betrag investieren."

Fünf vor zwölf bei der Fahrersuche

Stefan Bradl ist nicht mehr zu haben - Foto: Milagro

Zu den unerwarteten finanziellen Problemen kommt nun ein weiteres Dilemma hinzu. Pramac muss für Iannone einen gleichwertigen Ersatz finden, doch die stärksten Piloten am Markt haben für das kommende Jahr praktisch alle bereits eine Heimat gefunden. "Leider ist die richtige Zeit um einen neuen Piloten mit einem gewissen Niveau zu suchen bereits vorbei", bestätigt Guidotti gegenüber MCN. Auf seiner Wunschliste ganz oben soll Stefan Bradl gestanden sein, der nun aber bereits bei Forward Racing unterschrieben hat. Nun gelten Superbike-Pilot Eugene Laverty oder die Moto2-Youngsters Dominique Aegerter oder Johann Zarco als mögliche Nachfolger für Iannone.


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x