MotoGP - Hayden-Ersatz Camier: Alles spricht gegen mich

Erst einmal auf einem MotoGP-Bike gesessen

Leon Camier übernimmt für die nächsten zwei Rennen die Open-Honda von Nicky Hayden im Aspar Team - ein Sprung ins kalte Wasser.
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Motorsport-Magazin.com - Er musste etwas länger warten als geplant, doch beim Grand Prix von Indianapolis wird Leon Camier sein Debüt in der MotoGP-Weltmeisterschaft geben. Eigentlich hätte er ja die gesamte Saison bei Iodaracing bestreiten sollen, doch aufgrund mangelnder Sponsorgelder wurde sein Platz in letzter Sekunde gestrichen und Camier stand ohne Job für 2014 dar. Seitdem verdingte er sich als Ersatzpilot für Sylvain Barrier und Claudio Corti in der Superbike-WM, nun springt er in der MotoGP für den am Handgelenk operierten Nicky Hayden ein.

Für den Briten ist die MotoGP absolutes Neuland: "Das einzige Mal, dass ich ein MotoGP-Bike gefahren bin, war 2009. Ich durfte damals als Geschenk für meinen Titel in der britischen Superbike-Meisterschaft Dani Pedrosas Maschine fahren. Ich bin acht Runden gefahren und das war es, denn ich hatte kaum darauf Platz und konnte nicht einmal die Gänge wechseln, weil alles viel zu eng war."

Das einzige Mal, dass ich ein MotoGP-Bike gefahren bin, war 2009.
Leon Camier

Auch vor seinem Debüt in Indianapolis wird Camier keine Chance mehr auf einen Test mit der Open-Honda erhalten. "Ich werde in Indianapolis zum ersten Mal auf dem Bike sitzen und es ist schon heftig, wenn man so darüber nachdenkt. Alleine das Einstellen der Fußrasten und dem ganzen anderen Zeug wird genug Arbeit sein und dann gibt es mit den Reifen und Bremsen noch zwei große Herausforderungen. Das wird interessant werden", meint der 27-Jährige.

Als Ersatzpilot für Sylvain Barrier konnte Camier in dieser Saison bereits überzeugen - Foto: BMW

In Anbetracht seiner mangelnden Erfahrung macht sich Camier keine allzu große Hoffnungen auf ein Erfolgserlebnis in Indianapolis oder bei seinem zweiten Einsatz in Brünn: "Manche Piloten brauchen ein ganzes Jahr, um zu lernen, wie man ein MotoGP-Bike fährt. Ich springe ohne einen einzigen Testtag auf ein Bike, das ich nicht kenne, fahre auf einer Strecke, die ich nicht kenne, mit Bremsen und Reifen, die ich nicht kenne. Eigentlich spricht alles gegen mich, also wäre es verrückt, eine besondere Leistung von mir zu erwarten. Ich habe keinen Druck und bin wirklich nur hier, um zu lernen."

MotoGP oder WSBK?

Der britische Superbike-Champion von 2009 weiß aber selbst, dass er sich mit starken Leistungen auf die Wunschliste des ein oder anderen Teamchefs fahren könnte. "Wenn ich etwas Herausragendes zeigen könnte, wäre das natürlich großartig, weil es Möglichkeiten für das nächste Jahr eröffnen könnte. Diese Chance ist aber wohl ziemlich gering", glaubt Camier. Aktuell befinde er sich noch mit keinen Teams in Gesprächen. "Die Toppiloten in der MotoGP müssen erst einmal ihre Plätze beziehen und dann geht es in den nächsten Monaten weiter. Ich denke, dass es im nächsten Monat so richtig beginnt."

Natürlich würde ich gerne in der MotoGP fahren, aber ich habe kein Interesse daran, irgendwo am Ende des Feldes zu liegen.
Leon Camier

Einen fixen Wechsel in die MotoGP kann sich Camier ohnehin nur unter gewissen Bedingungen vorstellen: "Natürlich würde ich gerne in der MotoGP fahren, aber ich habe kein Interesse daran, irgendwo am Ende des Feldes zu liegen. Ich möchte irgendwo konkurrenzfähig sein und das könnte in der Superbike-Weltmeisterschaft funktionieren. Wenn ich die Möglichkeit bekomme, in der MotoGP erfolgreich zu sein, dann würde ich das gerne wahrnehmen. Ansonsten gehe ich eben in die WSBK. Wenn das auch nichts wird, werden wir sehen."


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