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MotoGP - Favoriten-Check: Spannung hinter Marquez

Marquez Favorit, aber was geht dahinter ab?

Pedrosa und Bradl nicht ganz fit, Rossi und Lorenzo nur in Reihe zwei. Geht hinter Marquez am Sonntag die Post ab?
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Motorsport-Magazin.com - Fünf aus fünf - was Marc Marquez in dieser Saison mit Pole Positions schon gelang, strebt der 21-Jährige am Sonntag auch bei GP-Siegen an. Der Weltmeister und WM-Leader präsentierte sich in Le Mans bislang schon wieder so souverän, dass es kaum Zweifel an einem weiteren Erfolg gibt. Die Ausgangsposition im Kampf um Platz zwei könnte am Sonntag aber für einige spannende Duelle sorgen.

Marc Marquez: Bestzeit in drei von vier Trainings und Streckenrekord im Qualifying, wo er erneut in seiner eigenen Welt fuhr und der Konkurrenz um fast sieben Zehntel enteilte. Zudem stellte er bereits klar, dass er sich vor den beiden anderen Fahrern in Reihe eins nicht fürchtet. "Ich denke nicht, dass die stärksten Piloten für das Rennen in der ersten Reihe stehen. Das sind meiner Meinung nach Jorge, Vale und Dani", so Marquez. Auf seine schärfsten Rivalen hat er bereits am Start viele Meter Vorsprung. Wer soll den Weltmeister vom fünften Sieg in Folge abhalten?

Pol Espargaro: So froh Pol Espargaro über seinen zweiten Platz im Qualifying war, so realistisch betrachtete er die Ausgangslage für Sonntag. "Ich hatte nur eine sehr gute Runde. Meine Pace entspricht nicht jener der Topleute", sagte Espargaro ganz offen. Dabei war er schon im dritten Training mit der drittbesten Zeit direkt in Q2 eingezogen. An Motivation fehlt es Espargaro aber nicht und zumindest sein bisher bestes Karriereresultat (6. in Austin) sollte er im Visier haben. "Ich werde auf jeden Fall kämpfen", verspricht er.

Dovizioso stellte die Ducati in Reihe eins - Foto: Ducati

Andrea Dovizioso: Beinahe ein Jahr ist es her, dass Andrea Dovizioso in Mugello in Reihe eins stand. Dieses Kunststück wiederholte er nun und Ducati ist in Le Mans tatsächlich etwas näher dran als auf anderen Strecken. "Wir hatten heute auch eine Rennpace, die enger an der Spitze war", so Dovizioso. Rundenzeiten unter 1:34 waren an diesem Wochenende für Ducati-Piloten allerdings die Ausnahme, weshalb es im Rennen schwierig wird. Das weiß auch Dovizioso: "Ich denke nicht, dass wir ernsthaft um das Podium kämpfen können, aber es kann bekanntlich viel passieren." Auch in Austin hatte man den Italiener ja eher nicht auf der Rechnung.

Valentino Rossi: Je länger ein Rennwochenende dauert, desto besser kommt der neunfache Weltmeister in Fahrt. Diese Faustregel bewahrheitet sich 2014 von Rennen zu Rennen mehr. Am Freitag nur mit der zehntbesten Zeit, konnte sich Rossi in FP3 und im Qualifying auf Platz fünf steigern. "Ich habe eine gute Pace und ein gutes Setting, also gefällt mir das Bike", sagte ein zufriedener Rossi. Im Schnitt verbesserte er sich in den Rennen in dieser Saison um 2,5 Plätze - gelingt ihm das auch in Le Mans, landet er erneut auf dem Podium.

Jorge Lorenzo: Die Freude über die absolute Trainingsbestzeit hielt beim Yamaha-Ass nicht lange, denn im Qualifying schaute nur Rang sechs heraus. Dennoch nahm Lorenzo verbal das Podium bereits ins Visier: "Wir haben hier zwar eine gute Pace, konnten aber keine sehr schnelle Rundenzeit fahren." Tatsächlich übte Lorenzo in den Trainings mehrfach Longruns, wobei vor allem jener in FP3 mit 13 fliegenden Runden - 10 davon unter 1:34 - überzeugen konnte. Marc Marquez ist zwar noch schneller, doch für Lorenzo wäre in der aktuellen Form schon Rang zwei ein Erfolg.

Auf Bradl wartet ein hartes Rennen - Foto: Bridgestone

Die anderen Fahrer: Die Ausgangsposition von Stefan Bradl ist gut und einen Dani Pedrosa muss man immer auf der Rechnung haben. Allerdings kämpfen beide Piloten noch mit Schmerzen nach Unterarm-Operationen und sind über die volle Renndistanz wohl nicht bei hundertprozentiger Leistung. Pedrosa sah man schon im Qualifying die Strapazen an, weshalb er mit P9 auch den schlechtesten Startplatz seit Estoril 2010 herausfuhr. Bradl, der das Qualifying sogar ohne Schmerzmittel bestreiten konnte, nahm das Wort Podest ebenfalls nicht in den Mund. "Top-5, das wäre schon ein gutes Ergebnis für uns."

Die Tipps der Redaktion

Samy Abdel Aal: Der Siegertipp verkommt einmal mehr zum Selbstläufer. Niemand anderes als Marc Marquez sollte bei normalem Rennverlauf am Sonntag in Le Mans ganz oben auf dem Podest jubeln dürfen. Spannung blüht jedoch dahinter, denn die weiteren Podestfavoriten Dani Pedrosa, Valentino Rossi und Jorge Lorenzo stehen allesamt weiter hinten, als ihnen wohl lieb wäre. Da Pedrosa nach wie vor an den Folgen seiner Arm-OP zu knabbern hat, wird er wohl erstmals in dieser Saison das Podium verpassen. Rossi hingegen untermauert weiter die Vormachtstellung bei Yamaha.

Samys Top-3: 1. Marquez 2. Rossi 3. Lorenzo

Tobias Ebner: Wer soll Marquez in Le Mans aufhalten? Er kann sich eigentlich nur selber schlagen. Auf Platz zwei sehe ich morgen nach einigen sehenswerten Trainingsleistungen Jorge Lorenzo. Dahinter wird es sehr spannend. Die Abstände sind sehr eng und in den Trainings konnten verschiedene Piloten vorne rein fahren, z.B. Dovizioso, Iannone, Bautista und Bradl. Aufgrund der Streckencharakteristik denke ich, dass ein Honda- oder Ducati-Pilot auf Platz drei stehen wird.

Tobias' Top-3: 1. Marquez, 2. Lorenzo, 3. Dovizioso

Marquez gewinnt am Sonntag - wer sonst? - Foto: Repsol

Michael Höller: Marquez gewinnt. Dahinter hoffe ich aber auf einen tollen Kampf. Wenn Pol Espargaro die Nerven behält und Andrea Doviziosos Ducati einen langen Atem beweist, könnten Valentino Rossi und Jorge Lorenzo ihre liebe Not im Match um das Podium bekommen. Am Ende wird es dennoch knapp reichen für die Yamaha-Piloten.

Michaels Top-3: 1. Marquez, 2. Lorenzo, 3. Rossi

Maria Pohlmann: Ich wünsche ja niemandem etwas Schlechtes und bei seiner absoluten Dominanz hat Marc Marquez den fünften Sieg und damit den wohl 3000. Rekord definitiv verdient. Aber so langsam wird es echt langweilig. Also hoffe ich einfach, dass der Weltmeister dieses Mal - natürlich bei allerbester Gesundheit - einen kleinen Fehler macht und nicht allen anderen auf und davon fährt. Wenn Marquez alles richtig macht, wird sicher kein Weg an ihm vorbeiführen. Aber jetzt darf ruhig auch mal ein anderer ran und der, der es unter den Verfolgern nach seinen beiden Nullern zu Saisonbeginn am meisten will, ist Jorge Lorenzo. Wenn Marquez nicht vorneweg fährt, hat der Mallorquiner auf der Yamaha-Strecke Le Mans wohl noch die besten Chancen...

Marias Top-3: 1. Lorenzo 2. Pedrosa 3. Rossi

Markus Zörweg: Dass ein Pilot, der die ersten vier Saisonrennen von der Pole Position aus gewonnen hat, nun die Konkurrenz erneut im Qualifying distanziert hat und so wieder von Startplatz eins in das Rennen geht, ist wohl mehr als klar. Der Grand Prix von Frankreich wird erneut zu einer Triumphfahrt für Marc Marquez werden. Wie bereits der Weltmeister bemerkt hat, werden die Herren neben ihm in Reihe eins - Pol Espargaro und Andrea Dovizioso - im Rennen keine große Rolle spielen. Die verbleibenden Plätze am Podium sichern sich die Yamaha-Werkspiloten Jorge Lorenzo und Valentino Rossi, wobei der Spanier dieses Mal wieder die Nase gegenüber dem Altmeister vorne hat.

Markus' Top-3: 1. Marquez, 2. Lorenzo, 3. Rossi


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